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Bericht: Neue Version von Hololens kommt nicht vor 2019

von Matthias Bastian20. Februar 2017

Microsoft soll eine dezent verbesserte Version von Hololens auslassen und 2019 direkt mit einer neuen Generation der Augmented-Reality-Brille durchstarten.

Laut einem Bericht der Webseite Thurrott hat Microsoft aufgrund des mangelnden Konkurrenzdrucks die Produktstrategie für Hololens angepasst. Weder Magic Leap noch Apple und Facebook oder Exoten wie Meta schicken sich an, Microsofts Vorsprung im neuen Markt ernsthaft in Gefahr zu bringen. Das Unternehmen möchte sich mehr Zeit lassen bei der Entwicklung der AR-Brille und bei einer Neuvorstellung mit signifikanten Verbesserungen aufwarten.

Der Autor des Berichts bezieht sich auf mehrere anonyme Quellen, die mit den internen Abstimmungsprozessen bei Microsoft vertraut sein sollen. Laut denen wurde die zweite Version von Hololens aus den Planungen entfernt. Stattdessen soll 2019 direkt Version 3 erscheinen, die dann einem Generationensprung gleichkommt. Version 2 wäre wohl nur ein rudimentäres Upgrade gewesen.

Das bedeutet nicht, dass sich Hololens in den kommenden zwei Jahren nicht weiterentwickelt. In Redmond will man kräftig an der Software schrauben und brauchbare Apps für sinnvolle Anwendungsszenarien programmieren.

Zwei weitere Jahre Entwicklung sind realistisch

2019 scheint im ersten Moment weit weg zu sein, ist aber ein realistischer Zeithorizont, wenn man den aktuellen Entwicklungsstand der AR-Brille betrachtet. Das Inside-Out-Tracking sowie das 3D-Scanning in Echtzeit funktionieren nur in kontrollierten Umgebungen verlässlich. Die mobile Hardware, die direkt im Gehäuse integriert ist, benötigt deutlich mehr Leistung, um die Vision der erweiterten Realität zu erfüllen.

Der größte Schwachpunkt ist die Displaytechnologie, die mit einem zu engen Sichtfeld die sinnvollen Anwendungsszenarien stark einschränkt. Ein technischer Durchbruch ist nicht in Sicht.

Vergleicht man den aktuellen Stand der AR-Brille mit den inszenierten Demonstrationen, die Microsofts Marketingabteilung bei jeder Gelegenheit aufführt, dann sind zwei weitere Jahre Entwicklungszeit wohl eher ein Tropfen auf den heißen Stein.

Eine Parallele mit der Virtual Reality bietet sich an: Oculus Rift brauchte von der Vorstellung des ersten Prototyps bis zur kommerziellen Veröffentlichung ebenfalls rund vier Jahre. Dabei war die Funktionalität der ersten Entwicklerversion näher am finalen Produkt als die aktuelle Hololens-Variante an einem alltagstauglichen Augmented-Reality-Computer.

Zuletzt kündigte Hololens-Projektleiter Alex Kipman an, dass eine kommerzielle Version der Augmented-Reality-Brille unter 1.000 Euro kosten müsse. Dieser Preis sei vorerst nicht realistisch, da man zuerst Hardware und Tragekomfort verbessern müsse. Bessere Technologie und ein günstigerer Preis würden sich gegenseitig ausschließen. Microsoft möchte das Gerät weiterhin primär im industriellen Kontext vermarkten.

| Featured Image: Microsoft / Thyssenkrupp | Source: Thurrott

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