Update 23. Oktober:

Techcrunch veröffentlicht in einem Update eine Stellungnahme seitens Facebook: “Wir kommentieren unsere Roadmap nicht im Detail, aber wir haben Zukunftspläne, auch für eine zukünftige Oculus-Rift-Version.”

Facebooks Statement ist schwammig formuliert und lässt Raum für Interpretation: So ist nicht explizit die Rede von “Oculus Rift 2”, sondern von einer zukünftigen Rift-Version. Außerdem wird von einem “Plan” gesprochen, nicht von einer konkreten Entwicklung.

Techcrunch-Redakteur Lucas Matney bekräftigt derweil bei Twitter die Aussage seiner Quelle, dass die Entwicklung einer VR-Brille “Rift 2” abgebrochen wurde.

Ursprünglicher Artikel vom 22. Oktober:

Ein Paukenschlag für die VR-Branche: Brendan Iribe, der gemeinsam mit Palmer Luckey Oculus gründete, verlässt Facebook. Laut eines Medienberichts ist Oculus Rift 2 Grund für das Zerwürfnis.

Bei Facebook gibt Oculus-Mitgründer Brendan Iribe seinen Abschied bekannt, nennt allerdings keinen konkreten Grund.

Iribe arbeitete lange als Geschäftsführer von Oculus. Im Dezember 2016 trat er das Amt im Zuge einer Restrukturierung der Oculus-Abteilung ab.

Seitdem leitete Iribe die Abteilung für Highend-VR mit dem PC und zeichnete unter anderem verantwortlich für die Entwicklung eines Oculus-Rift-Nachfolgers.

Seine Position wird der verbliebene Oculus-Mitgründer Nate Mitchell übernehmen, der schon die letzten Monate an der Seite Iribes arbeitete.

“Jeder Aspekt von VR und AR muss verbessert werden, insbesondere die Hardware und die Kerntechnologie, und Oculus hat das weltweit beste Team dafür. Wir sind zwar noch weit davon entfernt, die magische Superbrille zu entwickeln, von der alle träumen – aber sie ist fast in Reichweite”, schreibt Iribe in seinem Abschiedsbeitrag.

Oculus Rift 2: Entwicklung angeblich abgesagt

Oculus Rift 2 ist laut des für gewöhnlich gut informierten Techcrunch-Redakteurs Lucas Matney der Grund für das Zerwürfnis zwischen Iribe und Facbeook: In der vergangenen Woche soll es zu internen Streitigkeiten gekommen sein, die dazu führten, dass die Entwicklung von Oculus Rift 2 abgesagt wurde.

Iribe und Facebook sollen laut Techcrunchs Quelle fundamental unterschiedliche Perspektiven auf die Zukunft von Oculus gehabt haben, die über die Zeit weiter auseinanderdrifteten. Iribe soll in Bezug auf die VR-Leistung nicht an einem “Wettlauf nach unten” interessiert gewesen sein.

Ein Facebook-Sprecher sagt gegenüber Techcrunch, dass PC-VR noch immer in Planung sei und die Arbeit von Iribes Team in zukünftigen Produkten zu sehen sein wird.

Auch Iribe-Nachfolger Mitchell meldet sich bei Twitter zu Wort: Die Entwicklung von Oculus Rift und der PC-VR-Plattform gehe weiter.

Auch Facebooks VR- und AR-Vizepräsident Andrew Bosworth widerspricht der Techcrunch-Quelle.

Auf der Oculus Connect 5 Ende September kündigte Facebook-Chef Mark Zuckerberg die autarke VR-Brille Oculus Quest an. Sie ist einfach zu handhaben, vergleichsweise günstig, bietet ähnliche Funktionen wie Oculus Rift, ist dabei aber nicht auf einen externen PC angewiesen. Dafür ist die Grafik deutlich schlechter.

Im Juni sprach zuletzt Oculus-Manager und -Mitgründer Jason Rubin über einen möglichen Rift-Nachfolger. Man müsse aus vielen Möglichkeiten die richtigen Optionen wählen und eine Balance finden.

“Es fällt uns ein wenig schwer, herauszufinden, was der nächste Schritt ist”, sagt Rubin. Michael Abrash, Leiter des Facebook Realitätslabors, stellte auf der Entwicklerkonferenz Oculus Connect 5 den nächsten großen Sprung bei der Entwicklung von VR- und AR-Brillen für 2022 in Aussicht.

Mit Iribe verlässt nach Palmer Luckey (März 2017) der zweite Oculus-Gründer das Unternehmen. Luckey räumte kürzlich ein, dass sein Abgang ein Rauswurf war.


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