Die Marktforscher von Superdata Research analysieren in ihrem Jahresbericht unter anderem die Entwicklung der VR- und AR-Branche und machen Prognosen für 2018. Wir fassen die wichtigsten Einschätzungen zusammen.

Laut den Analysten soll die VR-Branche 2017 im Endkundensegment insgesamt 2,2 Milliarden US-Dollar umgesetzt haben. Damit stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 27 Prozent. Der Großteil dieses Umsatzes (1,7 Milliarden US-Dollar) entfällt auf Hardwareverkäufe. Mit Software wurde 2017 weniger Geld verdient: Die Marktforscher sprechen von 554 Millionen US-Dollar.

Für 2018 sagt das Unternehmen ein starkes Wachstum für die VR-Branche voraus: Mit 4,5 Milliarden soll sich der Gesamtumsatz im nächsten Jahr mehr als verdoppeln. Was Superdata zu dieser positiven Prognose veranlasst, geht aus dem Bericht nicht hervor.

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Playstation VR dominiert Rift und Vive

Superdata schätzte auch die Zahl verkaufter VR-Brillen. Laut der Statistik konnte Oculus 2017 34 Prozent mehr VR-Brillen verkaufen als im Launchjahr 2016. Stimmen die Zahlen, konnte das Unternehmen letztes Jahr dennoch lediglich 300.000 Einheiten absetzen. Angesichts der massiven Preisreduktion von 900 Euro auf 450 Euro für Rift und Touch wären diese Zahlen eher enttäuschend. Offizielle Verkaufszahlen liegen nicht vor.

Laut Superdata konnte Oculus immerhin HTC überholen: Die Zahl verkaufter Vive-Systeme soll 2017 von 400.000 auf 300.000 Einheiten gefallen sein und insgesamt unter der Zahl abgesetzter Rift-Einheiten liegen. Dass 2017 weniger VR-Systeme als im Vorjahr verkauft wurden, dürfte bei HTC wenig Anlass zum Jubel geben.

 

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Grund zur Freude hat laut Superdata vor allem Sony: 2017 soll das Unternehmen 1,7 Millionen VR-Brillen abgesetzt haben. 2016 waren es 0,7 Millionen Einheiten, allerdings erschien die VR-Brille erst im Herbst. Die vergleichsweise guten Verkaufszahlen führt Superdata auf AAA-Titel wie “Resident Evil 7” und “Skyrim VR” zurück.

Sony gab Anfang Dezember bekannt, seit dem Launch der Playstation VR zwei Millionen VR-Brillen verkauft zu haben. Hat Superdata recht, hätte Sony allein im Dezember 400.000 VR-Brillen abgesetzt.

Die VR-Brille mit der größten Zirkulation ist nach wie vor Samsung Gear VR, allerdings mit leicht rückläufigen Zahlen: 3,7 Millionen Einheiten wurde 2017 verkauft oder verschenkt, 2016 waren es noch 4,5 Millionen. Google Daydream liegt weit abgeschlagen zurück mit 0,2 Millionen Einheiten. Die im Sommer erfolgte Daydream-Untersützung des Samsung Galaxy S8 und S8 Plus hat offenbar nicht viel gebracht.

Microsoft bildet das Schlusslicht in der Statistik mit circa 100.000 verkauften VR-Brillen. Die Windows-Mixed-Reality startete jedoch erst im Oktober.

Pokémon Go dominiert den AR-Markt

Laut den Marktforschern wurde 2017 vor allem mit VR-Spielen Geld verdient, andere VR-Inhalte tun sich bei den Konsumenten eher schwer. Entwickler von Hard- und Software hätten sich zudem vermehrt dem B2B-Bereich zugewandt, da der kommerzielle Markt langsamer als erwartet wächst.

Die Umsätze der gesamten VR- und AR-Branche sollen 2017 von 2,8 Milliarden auf 3,4 Milliarden US-Dollar gestiegen sein. Augmented Reality soll ebenso wie Virtual Reality 2018 stark wachsen und bis Ende des Jahres einen Umsatz von 3,2 Milliarden US-Dollar generieren. Der Gesamtumsatz der VR- und AR-Industrie soll bis dann 7,7 Milliarden US-Dollar betragen.

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Pokémon Go dominiert den AR-Markt nach wie vor: 84 Prozent der Gewinne bei Augmented Reality entfielen auf die augmentierte Monsterhatz. Demzufolge hätte das Spiel allein letztes Jahr mehr als 900 Millionen US-Dollar umgesetzt. Für 2018 spekuliert Superdata auf den Erfolg von Apples ARKit. Die Umsätze mit AR-Software sollen sich dieses Jahr verdoppeln.

Den vollständigen Bericht kann man hier kostenlos herunterladen.

| Featured Image and Source: Superdata Research

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