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Build 2015: Neues zu HoloLens auf der Microsoft-Developer-Konferenz

von Matthias Bastian29. April 2015
Holodeck im Wohnzimmer? Check.

Die Microsoft-Developer-Konferenz “Build 2015” fand vom 29. April bis zum 1. Mai in San Francisco statt. Microsoft stellte neben zahlreichen Neuigkeiten für Entwickler auch neue Funktionen für Windows 10 und Office vor. Highlight der Keynote war allerdings “HoloLens“, der erste “holographische Computer”. Microsoft demonstriert eindrucksvoll, dass sie eine neue Technologie entwickelt haben, die Arbeit, Kommunikation und Entertainment verändern kann.

Die gezeigten Demonstrationen sehen aus als würden sie direkt aus einer Episode von Stark Trek stammen.  Nach den ersten Hands-on-Berichten der Medien gibt es unterschiedliche Reaktionen. Während es viele positive Stimmen wie die von PC WELT gibt, die der HoloLens bescheinigen, sehr gut zu funktionieren, bemängeln die US-Techmagazine The Verge und Wired einen viel zu kleinen Bildausschnitt und die rudimentäre Gestensteuerung. Dies führe dazu, dass man mit HoloLens immer nur einen kleinen Teil einer virtuellen Realität sähe – die Illusion funktioniere nur gut bei Objekten die nicht größer seien als ein Basketball, schreibt The Verge. Die US-Seite Neowin hat HoloLens-Bilder, die Microsoft im Marketing verwendet, überarbeitet und zeigt die gleiche Szene mit dem tatsächlichen Sichtfeld von HoloLens. Der Unterschied ist recht dramatisch. Vereinzelt gibt es Berichte, dass die Variante von HoloLens, die der Fachpresse im Januar gezeigt wurde und damals noch an einem Stromkabel hing, ein weiteres Sichtfeld hatte. Es wäre zu wünschen, dass Microsoft diese Probleme bis zum Launch noch löst. Denn abgesehen von diesem offensichtlichen Manko, sieht die Hologrammbrille nach einem kleinen Technikwunder aus.

Microsoft hat sich noch nicht zu einem genauen Releasedatum geäußert. Möchte man ersten Gerüchten glauben, erscheint die Hologramm-Brille im September 2015 und kostet unter 500$.

Die Keynotes der Konferenz sind auf Twitter unter dem Hashtag #Build2015 zu finden. Die Accounts Build2015 und Channel 9 haben live berichtet.

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Auf der Build2015 stellt Microsoft das Konzept des “Holographischen Computers” vor. “MixedReality” ist das Stichwort – digitale Inhalte erweitern den realen Raum. Anders als bei Augmented Reality werden Objekte nicht permanent im Sichtfeld eingeblendet sondern existieren im realen Raum wie tatsächliche Objekte, die aus Licht und nicht aus Materie bestehen, unabhängig vom Blickfeld des HoloLens-Trägers. Im Vergleich zu Virtual Reality bei der der Nutzer komplett in eine virtuelle Umgebung eintaucht, bleibt er aber in der Realität verwurzelt. Der große Vorteil von “Hologrammen”: Man ist nicht mehr an Bildschirm oder gar an einen Schreibtisch gebunden, sondern das komplette Wohn- oder Arbeitszimmer wird dank holografischen Projektionen zum Arbeits- und Entertainmentumfeld. Die Hardware funktioniert komplett kabellos. Microsoft zeigt einige Demos, speziell für das eLearning und die Kollaboration am Arbeitsplatz. Im Beispiel konstruieren Architekten gemeinsam ein Gebäudes mit Unterstützung durch Hologramme. Eine andere Demo zeigt, wie Medizinstudenten eine HoloLens-App verwenden könnten, um den Aufbau des menschlichen Körpers im Detail zu erforschen.

Microsoft Hololens - sieht so das "Lernen der Zukunft" aus?

Microsoft Hololens – sieht so das “Lernen der Zukunft” aus?

Das Herzstück von HoloLens ist die enge Verknüpfung mit Windows 10. Alle Windows 10 Anwendungen können theoretisch auch für die holographische Darstellung aufbereitet werden, umgekehrt können Hologrammprogramme auch im gewohnten Arbeitsumfeld am PC genutzt werden. So ist es dem Anwender möglich sich fließend zwischen beiden Welten zu bewegen. Außerdem soll es Entwicklern einfach gemacht werden Windows 10 Apps auch für HoloLens zu portieren – der Aufwand soll nicht größer sein als beispielsweise die Portierung auf ein Smartphone oder Tablet. Allerdings dürften konzeptionell Welten zwischen Anwendungen liegen, die speziell für HoloLens entworfen werden und Programmen, die schlicht und ergreifend portiert werden.

HoloLens soll ohne Kabelverbindungen, externe Kameras, Smartphones oder eine PC-Verbindung auskommen. Die Technologie, die für die Darstellung der Hologramme notwendig ist, konnte vollständig in das Headset integriert werden.

Entwickler auf der Build2015 haben in den kommenden Tagen die Gelegenheit sich mit dem Gerät vertraut zu machen. Erste Reaktionen von Entwicklern von der Build2015 gibt es im YouTube-Kanal von HoloLens. Dort wird auch die HoloLens-Academy vorgestellt, ein Programm das Entwickler dabei unterstützen soll Ideen und Konzepte für HoloLoens zu entwickeln. Aber Achtung: Das sind natürlich geschnittene Corporate-Videos – etwas authentischere Hands-On-Berichte erwarten wir in den kommenden Stunden und Tagen.

Microsoft hat ein großes Interesse daran, Programmierer und Konzepter früh an Bord zu holen, um das Potenzial der neuen Technologie  zu erforschen. Unter anderem arbeitet das Unternehmen aus Redmond daher mit der NASA, Unity, Legendary, Autodesk und Walt Disney Company zusammen, um Inhalte für HoloLens zu erstellen und neue Anwendungsfelder zu erschließen. Microsoft hat außerdem die offizielle Hololens-Webseite überarbeitet.

| SOURCE: Microsoft
| Bildquelle: Microsoft

 

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