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Google Cardboard: Update für 3D-Audio

von Carolin Albrand15. Januar 2016

Die Entwicklungsumgebung (SDK) für Google Cardboard bekommt ein Update: In Zukunft unterstützt Googles VR-Pappschachtel auch 3D-Audio.

Der räumliche Klang (“Spatial Audio”) ist eines der wichtigsten Elemente, damit Immersion in Virtual Reality entsteht, also das Gefühl, tatsächlich in der virtuellen Umgebung anwesend zu sein. Dass der Klang räumlich exakt ortbar ist kann bei vielen VR-Anwendungen auch ein wichtiger Bestandteil der Handlung sein. Denn auf Geräusche reagieren Menschen instinktiv. So kann der Regisseur eines 360-Films oder der Spielentwickler durch gezielte Audioeffekte die Blickrichtung des VR-Brillenträgers in die gewünschte Richtung lenken.

Durch das Audio-Update ist es Entwicklern zukünftig aber nicht nur möglich, ein Geräusch exakt ortbar zu machen, auch der Raum an sich beeinflusst den Klang. Beispielsweise verbreiten sich Schallwellen in den engen Gängen eines Raumschiffs vollkommen anders als in einem großen, offenen Wald – was zu einem völlig anderen Hörerlebnis führen kann. Der große Vorteil der neuen Audiotechnologie: Sie funktioniert mit herkömmlichen Stereo-Kopfhörern, der Nutzer muss also nicht zusätzlich in teure Audio-Hardware investieren. So kann wirklich jeder Cardboard-Fan das 3D-Audio auch nutzen, wenn Entwickler das Feature zukünftig in VR-Apps integrieren.

Auch Oculus Rift unterstützt 3D-Audio. In die VR-Brille wurde Audio-Hardware integriert, die vom Verstärker bis zu den Kopfhörern alles mitbringt, um ein 3D-Klangerlebnis zu erzeugen. Oculus-CEO Brendan Iribe bestätigte schon 2014, noch während der Entwicklung der Rift-Brille, dass Oculus VR viel Wert auf guten Sound legt: “Wir arbeiten am Ton genauso intensiv wie an der Optik. Wir haben ein ganzes Team, das sich nur darum kümmert.” Die neuste Entwicklerversion “Pre” von HTC Vive hat dagegen noch immer keine Kopfhörer integriert, was sich laut HTC aber bis zum Release der Consumer-Version ändern soll. Auch Samsungs Gear VR unterstützt räumliche Klangerlebnisse, allerdings müssen die VR-Apps das Feature auch nutzen und 3D-Audio anbieten.

Wer noch keine Vorstellung davon hat, wie “Spatial Audio” in der Praxis klingt, kann sich Kopfhörer aufsetzen und das Video unten ansehen. Die Demo basiert auf der Audiotechnologie, die Oculus VR für die Rift-Brille lizenziert hat.

Wer noch kein Cardboard hat, kann eine von 25 VR-Brillen in unserem Gewinnspiel abstauben – und zwar mit exklusivem Star-Wars-Motiv, das man im Handel nicht bekommt.

| FEATURED IMAGE: Maurizio Pesce, Flickr, Lizenz nach Creative Commons CC BY 2.0