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CES 2016: HTC Vive Pre räumt zahlreiche Awards ab *Update*

von Matthias Bastian9. Januar 2016

Update vom 14. Januar:

Auch das Online-Magazin Techinsider bezeichnet HTC Vive Pre als die potenziell beste VR-Brille. Der Redakteur spricht Oculus Rift zwar die Qualität nicht ab, aber Vive ist für ihn “die beste VR-Experience, die ich ausprobiert habe.” Das Bewegungstracking im ganzen Raum wird seiner Meinung nach eine komplett neue Kategorie an VR-Erfahrungen -und Spielen hervorbringen: “Es ist schwer sich für nur eine VR-Brille zu entscheiden weil beide toll sind, aber wenn ich nur eine wählen dürfte, dann würde ich HTV Vive wählen.”

Tech-Journalist Joshua Topolsky, der unter anderem Chefredakteur des bekannten US-Techmagazins “The Verge” war, kündigte Vive Pre kurz nach der CES in der Jimmy-Fallon-Show als “die technologisch am weitesten fortgeschrittene VR-Technologie” an.

Update vom 10. Januar:

Das bekannte US-Techmagazin The Verge vergibt die Auszeichnung für das beste Virtual-Reality-Device ebenfalls an HTC Vive Pre. Der Redakteur schreibt: “Als ich zur CES fuhr, dachte ich nicht, dass mich die VR-Welt noch mit neuen Technologien überraschen kann. Ich hatte damit nicht komplett unrecht, aber HTC hat etwas entwickelt, das ich nicht erwartet habe. […] Wenn HTC und Valve doch nur mehr Spiele zeigen würden.”

Damit nicht genug: Laut The Verge läuft auch die beste Virtual-Reality-Experience auf HTC Vive Pre und heißt “MT. Everest”, sozusagen das Gegenstück zu Oculus VRs exklusivem Kletterspiel “The Climb”, das von Crytek entwickelt wird. The Verge schreibt: “Zusammengefügt aus über 300.000 echten Fotos ist Everest das detaillierteste und schönste Stück Virtual Reality, das ich jemals gesehen habe. Es kombiniert erschütternde First-Person-Eindrücke mit einer Vogelperspektive, dank der man wie ein Gigant durch den Himalaya stampfen kann und auf Zelte und Kletterer in Ameisengröße herunterschaut. Es liefert genau das, was Virtual Reality liefern soll: Eine Erfahrung, die man eigentlich niemals erleben könnte.”

Ursprüngliche Meldung:

Während Oculus VR aufgrund des unvermutet hohen Preises für die Rift-Brille in den letzten Tagen reichlich Negativschlagzeilen machte, mausert sich HTC Vive zum Publikumsliebling auf der CES in Las Vegas. Schon sechs Best-of-Prämierungen gab es für die VR-Brille.

Und das obwohl der versprochene “technologische Durchbruch”, auf den sich VR-Enthusiasten im Vorfeld der CES freuten, ausblieb. Die in die Vorderseite der VR-Brille integrierte Kamera und das erweiterte Chaperone-System, das den Nutzer vor Hindernissen warnt und die wirkliche Umgebung in die virtuelle Realität einblenden kann, sind zwar tolle Features, aber wohl eher eine Evolution als eine Revolution. Dennoch hat HTC Vive mit der neuen Kamera, der erweiterten Bewegungserkennung und den beiden Bewegungscontrollern ein weiteres Differenzierungsmerkmal gegenüber Oculus Rift.

Das sehen auch die Redakteure von Toms Hardware so und bezeichnen Vive Pre als “die beste verfügbare VR-Brille”. Insbesondere die helleren Displays und die neue Mura-Korrektur, die grafische Darstellungsfehler korrigiert und das Bild insgesamt deutlich klarer erscheinen lässt, würden ein ohnehin schon gutes Produkt noch besser machen. Laut Toms Hardware könnte Pre so auch in den Verkauf gehen.

Auch Techradar bescheinigt Vive Pre bereits die notwendige Reife für den Endkundenmarkt. Sogar die Controller würden jetzt “reif für den Launch sein”. Gelobt wird besonders das überarbeitete Design; die Vive-Brille sei deutlich kleiner, leichter und dadurch bequemer als zuvor.

Tom’s Guide schreibt: “2016 wird das Jahr, in dem Virtual Reality abhebt und Vive Pre ist einer der Gründe, warum wir uns darauf so freuen.” Die eingebaute Frontkamera würde das ohnehin schon “eindrucksvolle Trackingsystem” sinnvoll verbessern. Vive Pre wird als bestes Virtual-Reality-Device der CES ausgezeichnet.

Engadget prämiert Vive Pre als “bestes Spieleprodukt” und lobt insbesondere das verbesserte Chaperone-System. Laut Engadget gäbe es zwar noch viele Probleme im Kontext von VR-Spielen zu lösen, aber Chaperone wäre bereits ein großer Schritt nach vorne, um VR-Erlebnisse im ganzen Raum sicherer und angenehmer zu machen.

Besonders begeistert ist das US-Magazin Digital Trends. Die Redakteure dort zeichnen Vive als bestes Gaming-Device aus und sehen schon Science-Fiction-Träume à la Holodeck erfüllt. “HTC Vive Pre ragt als hochwertigste aktuell verfügbare High-End-Experience hervor, die die immersive Holodeck-Zukunft des VR-Gaming greifbar macht, die schon vor Jahrzehnten von Science-Fiction-Autoren versprochen wurde.” Was den möglichen Verkaufserfolg angeht sind die Journalisten aber noch zurückhaltend: “Der Preis und die Platzanforderungen könnten Vive davon abhalten, Virtual Reality in den Massenmarkt zu bringen, wenn die VR-Brille im April erscheint, aber Vive ist die aktuelle Referenz wenn es um die Zukunft von immersiven Spielen geht.”

Mashable schreibt, dass Oculus VR nach dem Debut von Vive Pre gewarnt sein sollte. Die neue Frontkamera würde die VR-Erfahrung deutlich bequemer machen, da man jederzeit aus der virtuellen Welt in die reale Umgebung schauen könne: “Jetzt brauchen wir nur noch ein Releasedatum.”

Übrigens: Schon die letzte Entwicklerversion von HTC Vive konnte auf der Gamescom 2015 den Preis für die beste Hardware gewinnen. Einen Rückblick gibt es hier.

Preis für HTC Vive: Teurer als Oculus Rift?

Ein konkretes Releasedatum, wie von Mashable gefordert, gibt es zwar noch nicht, dafür aber ein Releasefenster. Im Laufe des April soll Vive offiziell erscheinen, Vorbestellungen werden ab Februar angenommen. Weitere Verbesserungen von Vive Pre gegenüber der finalen Version sind nicht ausgeschlossen. Dabei dürfte es sich aber nur um Details beim Design oder der Ergonomie handeln; Veränderungen an der Technologie sind so kurz vor Release sehr unwahrscheinlich. Vive für Endkunden dürfte weitgehend identisch mit der Pre-Variante sein, die diesen Januar an die Entwickler verschickt wird.

Ein Preis für HTC Vive wurde bisher nicht genannt. Aufgrund der vielen Zusatzfeatures und der umfangreichen und komplexen Hardware, dürfte Vive mindestens so teuer sein wie Wettbewerber Oculus Rift. Die VR-Brille von Facebook und Oculus VR kostet 599 US-Dollar (699 Euro in Deutschland). HTC-Produktmanager Ryan Hoopingarner äußerte gegenüber dem US-Online-Magazin Road to VR: “Uns ist bewusst, dass der anfängliche Aufwand für ein VR-System definitiv eine Investition ist. Wir glauben, dass unsere Kunden mit der Investition in Vive zufrieden sein werden.” Marktbeobachter rechnen nach dieser Ansage mit einem Preis von bis zu 1.000 Euro für Vive. Hinzu kommt ein leistungsstarker Rechner im Wert von rund 800 bis 1.000 Euro.

HTC Vive Pre: HTC zeigt eine neue Entwicklerversion der VR-Brille.

Lieferumfang von HTC Vive Pre. BILD: HTC

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