Der OLED-Hersteller Emagin wird auf der CES hinter geschlossenen Türen ein VR-optimiertes 2K-Microdisplay vorstellen. Das Unternehmen ist von der Marktreife des Produkts überzeugt und bereitet die Massenfertigung vor. AMD soll die nötige Infrastruktur bereitstellen.

Das OLED-Microdisplay hat eine Auflösung von 2.048 mal 2.048 Bildpunkten. Zum Vergleich: Die Bildschirme in Oculus Rift und HTC Vive lösen pro Auge mit 1.080 mal 1.200 Bildpunkten auf. Die Größe des Displays und die Pixeldichte nennt Emagin nicht, spricht aber von einem hohen Pixelfüllfaktor, der den Fliegengittereffekt eliminiert.

Emagin hat laut eigenen Aussagen das bisher einzige 2K-Microdisplay entwickelt, das genug hell für VR-Brillen ist. Die Aussage könnte als Seitenhieb auf den Konkurrenten Kopin gemeint sein.

Kopin hat ebenfalls ein OLED-Microdisplay mit 2K-Auflösung entwickelt und testweise im Prototyp einer VR-Brille verbaut: “Elf VR” wurde im Sommer gezeigt und überzeugte durch eine extrem hohe Pixeldichte und einen schmalen Formfaktor. Tester bemängelten jedoch, dass die Displays nicht hell genug sind und dass das Sichtfeld wegen der winzigen Bildschirme zu klein ist.

Für letzteres Problem dürfte auch Emagin keine einfache Lösung parat haben. Hier sind die Hersteller von VR-Brillen gefragt. Das Unternehmen will das Display auf der CES “ausgewählten Kunden” schmackhaft machen. Ob es in die Massenproduktion geht, dürfte von deren Interesse abhängen.

Ein hochauflösendes Display so klein wie eine Münze: Bild: Kopin

Ein Bild von Kopins Microdisplay. BILD: Kopin

Massenfertigung in Vorbereitung, AMD als Partner?

Emagin gibt zudem bekannt, dass es mit einem US-Chiphersteller kooperiert. Das Ziel: Die Massenfertigung der 2K-Displays für den VR-Endkundenmarkt vorzubereiten. Der namentlich nicht genannte Partner, bei dem es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um AMD handelt, wird die hierfür benötigte Infrastruktur und finanziellen Mittel bereitstellen.

Der Chiphersteller kooperiert seit geraumer Zeit mit Emagin und hat mehrere Versuche unternommen, in der VR-Industrie Fuß zu fassen: AMD arbeitete an der autarken VR-Brille Sulon Q mit, die jedoch nie erschien und kaufte Nitero, einen Anbieter von VR-Drahtlostechnologie.

Wann die ersten VR-Brillen mit 2K-Microdisplays von Emagin erscheinen könnten, ist völlig unklar. Kurzfristig bessere Chancen, in VR-Brillen verbaut zu werden, hat Samsungs neues OLED-Display, das gleich groß ist wie die Rift- und Vive-Bildschirme und daher leichter in neue Geräte integriert werden kann. Es löst mit 2.024 mal 2.200 Bildpunkten auf und hat eine fast doppelt so hohe Pixeldichte wie die VR-Brillen der ersten Generation. Einen Bildvergleich findet man hier.

| Featured Image: HTC | Source: Business Wire

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