Update vom 14. Januar 2018:

Im Rahmen der CES 2018 veröffentlicht Vuzix ein Video mit der Datenbrillen-Alexa im Einsatz. Konzeptionell bereitet der Ansatz noch Kopfzerbrechen, da Sprachassistenten wie Alexa eben darauf optimiert sind, Informationen im Gespräch zu vermitteln – ohne zusätzliche visuelle Informationen. Vuzix’ Alexa-Demo zeigt in der aktuellen Fassung jedenfalls keinen erkennbaren Mehrwert gegenüber der reinen Tonspur der herkömmlichen Lautsprecher-Alexa, für den es sich lohnen würde, eine teure Brille aufzusetzen.

Ursprünglicher Artikel vom 6. Januar 2018: 

CES 2018: Erste Smartphone-Datenbrille mit Amazon Alexa angekündigt

Vuzix unternimmt einen weiteren Anlauf, eine Datenbrille im kommerziellen Markt zu positionieren. Die neue Blade-Brille ist ein erweitertes Smartphone-Display für die Nase und unterstützt Amazons Sprachassistenten Alexa.

Das US-Unternehmen Vuzix gehört zu den Urgesteinen der Datenbrillen-Branche: Seit mehr als 20 Jahre baut es Displays und Kameras in Brillengestelle. Auf der CES 2018 wird ein neues Modell vorgestellt, das den Amazon-Assistenten Alexa unterstützt. Die Rückmeldungen von Alexa werden dem Brillenträger ins Sichtfeld eingeblendet, zum Beispiel ein Kartenausschnitt oder der Spielstand des Lieblingsvereins.

Das Unternehmen beteiligt sich an Amazons Alexa-Programm, das es Drittherstellern erlaubt, die Alexa-Software in ihre eigene Hardware zu integrieren. Amazons Strategie ist klar: Je mehr Menschen geräteunabhängig Alexa nutzen, desto höher fallen die Erlöse über die Sprach-Plattform aus. Wer die Sprachassistenz nutzen will, muss angemeldeter Amazon-Kunde sein.

Die Alexa-Brille von Vuzix soll im zweiten Quartal 2018 auf den Markt kommen und circa 1.000 US-Dollar kosten. Laut dem Vuzix-CEO Paul Travers könne der Preis für so eine Smartphone-Brille ab 2019 unter die 500 US-Dollar-Marke rutschen.

Travers erwartet für die kommenden Jahre ein kräftiges Wachstum der smarten Brillenbranche: “Irgendwann wird jeder eine Brille auf den Markt bringen.” Vuzix beschäftigt derzeit rund 75 Mitarbeiter.

Vuzix Blade: Smartphone für die Nase

Die Blade getaufte Datenbrille soll laut Vuzix zukünftig dafür sorgen, dass das Smartphone weitgehend in der Tasche bleiben kann. Sie bietet Zugriff auf “alle kritischen Funktionen” des Smartphones und ist sowohl mit iOS als auch Android kompatibel. Bedient wird sie über ein Touchfeld am Brillenbügel. Laut Vuzix ist die Blade-Brille die bislang schlankeste ihrer Art am Markt.

Der digitale Smartphone-Screen wird via Wellenleiter-Display ins Sichtfeld eingeblendet, ähnlich wie bei Microsofts Hololens. Die Brillengläser sind durchsichtig, sodass man wie gewohnt die Umgebung im Blick hat. Die Position des Digital-Screens innerhalb des Blickfelds kann frei justiert werden, die Helligkeit soll für die Draußen-Nutzung ausreichen. Menschen mit Sehschwäche können passende Linsen einsetzen lassen.

Im Gegensatz zu Microsofts Hololens hat die Blade-Brille kein dreidimensionales Verständnis für die Umgebung, beherrscht also keine echte Augmented Reality. Sie ist eher ein Smartphone-Display, das man auf der Nase trägt.

An solchen Datenbrillen sind bislang in erster Linie Unternehmen interessiert, da mit ihnen Arbeitsprozesse beispielsweise im Lager oder bei der Produktion beschleunigt werden können. Mitarbeiter haben relevante Infos stets im Blick und dennoch beide Hände frei. Die neue Blade-Brille ist Vuzixs Versuch, stärker in den kommerziellen Markt vorzudringen.

| Featured Image: Vuzix

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