Magic Leap One erschreckt den Sicherheitsdienst eines US-Einkaufszentrums.

Digility 2018

Als 2014 Google den Verkauf der Datenbrille Glass startete, passierte etwas, womit die ersten Käufer wohl nicht rechneten: Wegen der im Brillengestell eingebauten Kameras bekamen sie Stress mit ihren Mitmenschen. Die hatten Angst, dass sie heimlich gefilmt werden.

Schnell hatten Google-Glass-Nutzer einen neuen Spitznamen: Glassholes. Selbst im technologieaffinen Silicon Valley sollen Kneipenbesitzer Glass-Träger aus dem Lokal gebeten haben.

Die Kritik an der Kamerabrille war so deutlich, dass Google den Glassholes-Begriff in den eigenen Google-Glass-Knigge übernahm: “Sei nicht unhöflich, sei nicht unheimlich, sei kein Glasshole.”

Dass die Kamera in der Brille technisch kaum dazu in der Lage war, ordentliche Videos aufzunehmen, geschweige denn, Gesichtsscans oder ähnliches durchzuführen, war den Leuten egal.

Geschichte wiederholt sich

Jetzt berichtet ein Magic-Leap-Besitzer bei Reddit, dass seine Brillenexperimente in einem Einkaufszentrum den Sicherheitsdienst aufscheuchten. Er testete, wie gut sich die Brille die Geometrie eines Raumes merken und 3D-Objekte an einem fixen Ort verankern kann.

Nach einiger Zeit wurde dem Sicherheitsdienst der Mann mit dem seltsamen Kameragerät im Gesicht komisch: Er musste die Brille absetzen und das Gebäude verlassen. Eine technische Erklärung, was Magic Leap One ist und wofür die AR-Brille die integrierten Kameras benötigt – nämlich für die Raumbewegung – halfen nicht und “verwirrten” den Sicherheitsdienst nur. Der Kontakt soll freundlich gewesen sein.

Magic Leap ist technisch und sozial nicht für den Draußeneinsatz gedacht

Laut Magic Leap ist die One-Brille noch nicht für den Draußeneinsatz gedacht. Das Beispiel zeigt, dass diese Vorgabe womöglich nicht nur technische Gründe hat: Das Unternehmen könnte einen negativen Glassholes-Effekt wie bei Google Glass vermeiden wollen.

Magic-Leap-Gründer Rony Abovitz sah den oben beschriebenen Fall voraus und versprach, solche Berichte genau zu beobachten und aus ihnen zu lernen.

“Wir wollen lernen, wie sich die Leute verhalten, das ist das Ziel von Magic Leap One”, sagt Abovitz in einem Interview mit Time. “Wir wollen herausfinden, wie sich das soziale Umfeld anpasst.”

Magic Leaps Kreativchef Graeme Devine erklärte schon vor einiger Zeit, dass die AR-Brille nur erfolgreich sein könne, wenn sie gesellschaftlich akzeptiert würde. “Es funktioniert nur, wenn es sozial funktioniert”, so Devine.

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