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Entwickler: “Wir portieren Spiele aus Liebe zu Virtual Reality”

von Tomislav Bezmalinovic25. Juni 2017

Da die VR-Nutzerbasis noch recht gering ist, schrecken viele Studios davor zurück, Geld in aufwendige VR-Produktionen zu stecken. Zu groß ist das Risiko, die Entwicklungskosten nicht hereinzuholen. Aus diesem Grund verlegen sich mehr und mehr Studios darauf, bestehende Titel aus ihrem Portfolio für die Virtual Reality aufzubereiten. Croteam ist eines dieser Studios.

Im Dezember 2014 überraschten die Schöpfer der Egoshooter-Serie “Serious Sam” sowohl Kritiker als auch Spieler mit “The Talos Principle”, einem anspruchsvollen Rätselspiel, das ganz beiläufig eine Geschichte mit philosophischem Tiefgang erzählt. Auf der E3 machten die Schöpfer der Sci-Fi-Knobelei per Twitter bekannt, dass sie an einer VR-Portierung des Titels arbeiten.

Davor hatte die kroatische Spieleschmiede Serious Sam in die Virtual Reality geholt und drei Titel mit dem schießwütigen Duke-Nukem-Verschnitt für Oculus Rift und HTC Vive herausgebracht. The Talos Principle ist die jüngste VR-Portierung des Studios. “Das Spiel kommt erst jetzt an die Reihe, weil es das komplexeste ist”, sagt der technische Leiter von Croteam Alen Ladavac gegenüber Games Industry.

Vollwertige Portierung statt vollwertige VR-Titel

Das Studio veröffentlichte 1994 seinen ersten Titel, wurde aber erst 2001 mit “Serious Sam: The First Encounter” international bekannt. Laut Ladavac übertrug Croteam den Ego-Shooter aus Liebe zum Medium in die Virtual Reality: “Wir wollten etwas zu Virtual Reality beitragen. Es ging eher darum, ob wir die Entwicklungskosten decken können als darum, Geld zu verdienen. Das scheint zu funktionieren.”

Ladavac glaubt nicht, dass es für Virtual Reality demnächst richtige AAA-Titel geben wird. “Ich denke nicht, dass das für irgendjemanden profitabel wäre”, sagt der Entwickler. Um VR-Nutzern substanzielle Spiele bieten zu können, sei es deshalb sinnvoll, bestehende 2D-Titel für Virtual Reality aufzubereiten.

Gelungene Umsetzung

The Talos Principle erschien Ende 2014 für den PC und im darauffolgenden Jahr für Playstation 4. Darin schlüpfen Spieler in die Rolle eines gefühlsbegabten Androiden, der in einer Simulation gefangen ist und zwischen antiken, ägyptischen und mittelalterlichen Ruinen Rätsel lösen muss, um einen Weg aus der virtuellen Daseinsform zu finden.

2015 machte Croteam Spielern eine ebenso experimentelle wie unausgereifte VR-Version zugänglich, die man mit HTC Vive erleben kann. Die Portierung, an der das Studio jetzt arbeitet, baut auf dem Feedback der Spieler auf und ist weitaus fortgeschrittener.

Das Spiel unterstützt jetzt die Vive Controller und verschiedene Fortbewegungsarten, darunter Teleportation und künstliche Fortbewegung per Trackpad. Rätsel, die in Virtual Reality nicht funktionieren, wurden entfernt oder ersetzt. Laut einem ersten Erfahrungsbericht von Tom’s Hardware ist es Croteam gelungen, die einzigartigen Aspekte des Originalspiels in die Virtual Reality zu übertragen.

| Featured Image: Croteam | Source: Games Industry / Tom’s Hardware

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