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“Damit Virtual Reality Mainstream wird, muss es ins Fernsehprogramm”

von Matthias Bastian28. November 2016

Ende Oktober ging das Virtual-Reality-TV in den USA in Serie. Das Streaming-Unternehmen NextVR überträgt wöchentlich ein Spiel der Basketballliga NBA live in die VR-Brille. Der Geschäftsführer von NextVR hat eine rechte konkrete Vorstellung davon, wie das neue Medium schnell im Mainstream ankommt. 

Mehr als 30 NBA-Spiele überträgt NextVR in dieser Saison live in 3D und 360-Grad. Die Übertragung findet im wöchentlichen Rhythmus statt. Das Unternehmen achtet bei der Programmplanung darauf, dass jedes Team wenigstens einmal an die Reihe kommt.

Für den Mainstream-Erfolg dieser Inhalte muss laut Geschäftsführer Darin Cole das Marketing stimmen. Zuschauer müssten darüber informiert werden, dass es VR-exklusive Inhalte gibt, die mehr bieten als der herkömmliche TV-Screen.

“Wir haben gemeinsam mit der NBA zum ersten Mal eine Programmzeitschrift publiziert, in der steht ‘Was kommt heute in Virtual Reality’. Vor unserer Kooperation war es so, als würde man einen neuen TV kaufen, ohne dass jemand ein Programm anbietet. […] Jetzt gibt es ein Programm und man kann sich darauf verlassen, dass es regelmäßig neue Inhalte gibt und dafür muss man nur in die Programmzeitschrift schauen.”

Motion Sickness ist kein Problem für NextVR

Die Bewegungsübelkeit steht laut Cole zumindest bei gefilmten Inhalten dem flächendeckenden Erfolg der VR-Brille nicht im Wege. “Das ist ein Problem der Gaming-Branche. Wir bewegen die Zuschauer nicht, nachdem wir eine Kamerapositition ausgewählt haben.” VR-Übelkeit tritt meist dann auf, wenn der VR-Brillenträger künstlich fortbewegt wird und die Wahrnehmung von Auge und Gleichgewichtssinn nicht mehr übereinstimmen.

NextVR streamte in den letzten anderthalb Jahren zahlreiche Events und im US-Wahlkampf auch politische Debatten live in die VR-Brille. Die Besonderheit von NextVRs Technologie ist der überzeugende stereoskopische 3D-Effekt, der dem Bild eine glaubhafte Tiefe und somit deutlich mehr Überzeugungskraft verleiht. Beim Livestream von der Oculus Entwicklerkonferenz Connect 3 hatte man das Gefühl, direkt neben Facebook-Chef Marc Zuckerberg auf der Bühne zu stehen.

Problematisch ist die noch zu geringe Auflösung, die gerade dann negativ auffällt, wenn man weiter weg vom Geschehen Platz nimmt, beispielsweise auf der Tribüne bei einem Fußballspiel.

Aktuell bietet NextVR eine Streaming-App für Samsung Gear VR an. HTC Vive und Oculus Rift sollen zeitnah folgen.

| Featured Image: NextVR | Source: Cheddar.com