Von einem Moment auf den anderen gefühlt an einen neuen Ort reisen: Dieses Erlebnis bietet nur die VR-Brille. Eine neue Steam-App beweist das abermals eindrucksvoll.

Die VR-App “Nefertari: Journey to Eternity” führt den VR-Brillenträger in die Grabkammer der Königin Nefertari. Die Kammer gehört zu den detailliertesten Denkmälern der ägyptischen Kultur.

Sämtliche Wände der Grabkammer sind kunstvoll verziert und mit sprechenden Gemälden versehen, die eine Geschichte erzählen. Einige der Nebenräume sind so niedrig, dass ich mich bei ihrer Erforschung ducken muss. Eindrucksvoll ist die in den Stein gemauerte Treppe hinab zu Nefertaris Kammer.

Die Stiege hinab zu Neferatri - die Atmosphäre in der VR-Grabkammer ist sehr dicht.

Die Stiege hinab zu Neferatri: Die VR-Grabkammer bietet eine sehr dichte Atmosphäre.

Um in der Dunkelheit der Kammer alle Details zu erkennen, schalte ich meine Taschenlampe ein. In ihrem Licht flirren Staubkörner. Ich trete ganz nah heran an die Wandgemälde und bewundere die grazilen Linien und Konturen auf dem groben Stein.

Die Wandgemälde wurden mit einem sehr hohen Detailgrad in VR übertragen. Fast fühlt es sich an, als stehe man tatsächlich davor.

Die Wandgemälde wurden mit einem sehr hohen Detailgrad in VR übertragen. Fast fühlt es sich an, als stehe man tatsächlich davor.

Mit welcher Geduld, Hingabe und Handfertigkeit die ganze Kammer verziert wurde. Moment, da hat ja jemand daneben gemalt. Sogar solche feinen Details kann ich im Licht der Taschenlampe erkennen.

Meine Beschreibung klingt fast so, als würde ich von einer realen Reise berichten? Das liegt in der Sache begründet: Der photogrammetrische Grabkammer-Trip in VR ist visuell einfach schon ziemlich nahe dran an einem echten Ausflug zu Nefertari.

Hochwertige Photogrammetrie sorgt für ein tolles Präsenzgefühl

Der Entwickler des Grabkammer-Trips Simon Che de Boer von Reality Virtual meldet sich bei Reddit zu Wort und schildert die Entstehungsgeschichte der App. Einige Jahre habe er gemeinsam mit Partnern an der Umsetzung gearbeitet.

“Unser Hauptziel war es, die Kunst der Photogrammetrie in ihrer höchsten Form zu präsentieren”, schreibt der Entwickler.

Die gesamte Grabkammer wurde millimetergenau eingescannt und als 3D-Modell am Computer rekonstruiert und texturiert. Speziell die Wandgemälde sind gestochen scharf abgebildet.

Anschließend wurde die originale Ausleuchtung zum Zeitpunkt der Aufnahme entfernt. In der gesamten Grabkammer sollen daher keine Schatten oder hellen Lichtreflexionen direkt auf einer Textur zu finden sein.

Die Grabkammer wird komplett in Echtzeit ausgeleuchtet. Das macht das VR-Erlebnis viel realistischer.

Die Grabkammer wird komplett in Echtzeit ausgeleuchtet. Das macht das VR-Erlebnis viel realistischer.

Stattdessen wird die gesamte Szene in Echtzeit von Kerzenlicht und der Taschenlampe des VR-Brillenträgers ausgeleuchtet. Das erhöht den Realitätsgrad ungemein und sorgt für ein visuell eindrucksvolles VR-Erlebnis mit dichter Atmosphäre und starkem Präsenzgefühl.

Aufgrund der flexiblen Ausleuchtung könne das 3D-Modell für andere Projekte verwendet werden, so der Entwickler. Sogar für die nächste Generation VR-Brille mit höher aufgelösten Displays soll es schon taugen und dann noch realistischer wirken.

Nefertari: Journey to Eternity ist ab sofort kostenlos bei Steam für HTC Vive und Oculus Rift verfügbar.

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