Spiele für den Monitor und für Virtual Reality: Das sind normalerweise zwei Welten für sich. Nicht so in Goliath VR. Hier müssen Monitor- und VR-Spieler zusammenarbeiten, um ans Ziel zu kommen. Ich habe den medienübergreifenden Koop-Plattformer auf der Reboot Develop in Dubrovnik ausprobiert.

Digility 2018

Goliath VR spielt in einer bunten, an Minecraft erinnernde Klötzchenwelt. Die wird aus zwei Perspektiven erlebt: Monitorspieler steuern per Gamepad eine kleine, rote Figur durch 3D-Umgebungen, während VR-Spieler in die Rolle eines weißen Kolosses schlüpfen, der über der Landschaft thront und dem Mitspieler beiseite steht.

Das geschieht auf mannigfaltige Weise: VR-Spieler können als Riesen hausgroße Objekte greifen und damit Brücken improvisieren, gewaltige Lavabrocken in die Hand nehmen und gegen bröckelnde Wände schleudern, sodass Durchgänge frei werden oder den kleinen Helden ganz einfach hochheben, sodass er unerreichbar hohe Plateaus erklimmen kann.

Einzigartige Interaktionen

Doch selbst Goliaths Macht hat Grenzen: Der Riese ist am Boden angekettet und hat nur einen begrenzten Bewegungsspielraum, der dem des Trackingbereichs entspricht. Um an einen anderen Ort zu gelangen, muss der Koloss von seinem Mitspieler an andere, vordefinierte Stellen gekettet werden, die in der Spielwelt verstreut sind. Kommt der kleine Held in die Nähe einer solchen Stelle, wird der VR-Spieler automatisch an die jeweilige Stelle teleportiert.

Die von mir getestete, frühe Alpha-Version hatte mit Bugs und Clipping-Fehlern zu kämpfen, machte aber dennoch schon eine Menge Spaß. Das liegt nicht nur an der erforderlichen gegenseitigen Koordination, sondern auch an den ungewöhnlichen Perspektiven und Machtverhältnissen, die das Spiel bietet.

Eine weitere Besonderheit des medialen Zwitters: Er führt Monitorspieler an die Besonderheiten des Virtual Reality heran, da er eine direkte und in der Form einzigartige Interaktion zwischen den beiden Interfaces – Gamepad einerseits, VR-Controller andererseits – erlaubt. Gut möglich, dass das Spiel dadurch das Interesse von Monitorspielern an Virtual Reality weckt.

Kickstarter-Kampagne geplant

Goliath VR ist aus einer Masterarbeit des Österreichers Wolfgang Tschauko hervorgegangen, die sich mit der Präsenz des eigenen Körpers in der Virtual Reality befasst. Die ursprüngliche Version des Spiels nutzte eine Kinect, die den Körper des VR-Nutzers als lebendes Voxelkonstrukt in die Simulation übertrug und 3D-Controller damit überflüssig machte.

Der aktuelle Prototyp wird von staatlicher Stelle gefördert und für raumfüllende VR-Systeme entwickelt. Für Interaktionen nutzt man die jeweiligen 3D-Controller.

Tschauko möchte als nächstes ein Team und eine Fangemeinde um das Spiel aufbauen, eine Kickstarter-Kampagne zur weiteren Finanzierung des Projekts soll im Laufe des Jahres starten. Eine Early-Access-Version erscheint voraussichtlich Mitte 2019.

Mehr Informationen gibt es auf der offiziellen Internetseite des Projekts.

| Featured Image: VRODO

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