Die Prostituierten von Las Vegas sind besorgt: Nimmt ihnen VR-Sex den Job weg?
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Was Prostituierte über Sex in Virtual Reality denken

von Carolin Albrand19. Dezember 2015

Traditionell sind große Messen wie die CES 2016 ein echter Segen für die Bordelle von Las Vegas. Jährlich strömen rund 150.000 Besucher für die Elektronikmesse nach “Sin City”. Einige davon verbinden den Ausflug mit Aktivitäten, die der Stadt ihren sündhaften Spitznamen geben.

Angeblich hat die CES sogar ihr eigenes inoffizielles Etablissement: Sheri’s Ranch, die 65 Meilen westlich der Stadt liegt. Das Bordell verzeichnet während dem Tech-Event rund 70 Prozent mehr Umsatz. Aber das Unternehmen und seine Mitarbeiterinnen sind besorgt, dass sich das in Zukunft ändern könnte: Der stetig wachsende Markt für VR-Brillen und VR-Pornografie könnte dafür sorgen, dass ihre Dienste bald nicht mehr gebraucht werden. Gab es früher eine klare Trennung zwischen Pornografie und körperlicher Sexualität, fühlt sich der Konsument von VR-Pornografie in Virtual Reality präsent – der Blick durch die Brille schafft Nähe. Die fehlenden Berührungen könnten zukünftig durch Zubehör wie Teledildonics ersetzt werden. „Viele Unternehmen aus der Erotik-Branche, auch die Bordelle aus Nevada, blicken angespannt auf die CES 2016 und erwarten besorgt Ankündigungen über die neuste VR-Technologie, die das Sex-für-Geld-Business bankrott machen könnte”, schreibt Jeremy Lemur, PR-Manager von Sheri’s Ranch, im Blog des Bordells.

Die Prostituierten aus Sheri’s Ranch sind Profis, nicht nur in sexueller Hinsicht. Sie interessieren sich für neue Medien und digitale Technologien und nutzen diese bereits für ihre Arbeit. Zum Beispiel halten sie über Twitter Kontakt mit Kunden. Virtual Reality wird aber in den kommenden Jahren wohl kaum ihr bevorzugtes Medium werden. Allerdings gehen die Prostituierten nicht davon aus, dass die neue Technologie direkten Kontakt mit Frauen in absehbarer Zeit ersetzen kann: „Sicherlich wird die VR-Technologie die Sex-Industrie unvermeidlich verändern, aber ich denke, dass eher Pornografie ersetzt wird als Prostitution”, erklärt Marly und fügt hinzu: „Klar ist es für einen Kerl leichter und billiger, einfach eine Brille aufzusetzen, auf eine Dame zu klicken, die ihm gefällt, und gemütlich daheim zu kommen.”

Die Bequemlichkeit sieht auch Amber Lynn als Hauptargument für VR-Sex: „Sein wir doch ehrlich: Sex in VR hat eine ganze Reihe an Vorzügen gegenüber einem klassischen Bordellbesuch. Ein Typ muss sich nicht mal die Mühe machen zu Duschen, bevor er eine virtuelle Prostituierte sieht.”

„In Bordellen entstehen Freundschaften.” Amber Lynn, Sheri´s Ranch

Die Nachteile von VR-Sex sehen die Damen in der fehlenden menschlichen Intimität, die laut ihnen viel mehr sein kann als reine Befriedigung. Außerdem befürchten sie, dass einige Männer den Kontakt zu Frauen verlernen könnten, wenn die Sexualität allein im virtuellen Raum ausgelebt wird. „Ich denke, in der Zukunft werden viele Männer VR-Sex nutzen, weil es ihnen an Erfahrung fehlt und sie in Situationen mit echten Frauen zu nervös sind.  Aber wenn Männer erst damit anfangen, ihre Sexualität in virtuellen Umgebungen auszuleben anstatt ihre sexuellen Ängste mit einer Prostituierten zu überwinden, dann werden sie weniger daran interessiert sein, echte Dates mit echten Frauen zu haben”, meint “Red Diamonds”. Aber wirklich Sorgen macht sich die Prostituierte nicht, denn sie ist von ihren Qualitäten überzeugt: „Virtual Reality kann einem Mann nicht beibringen, was ich ihm beibringen kann…”

| SOURCE: Sheri’s Ranch Blog