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Neue Datenbrille: Mit Lasertechnologie gegen Sehschwäche

von Matthias Bastian14. Mai 2015
Laser aus dem Auge: Superman. Laser in das Auge: Fujitsu Datenbrille.

Auf der Fujitsu Technology Expo stellte der japanische Technologiekonzern QDLaser eine neue Datenbrille vor, die über einen Laserstrahl Bilder direkt auf die Retina projizieren kann. Der verwendete RGB-Laser der Klasse I ist für das menschliche Auge prinzipiell ungefährlich. Um potenzielle Schäden auszuschließen, wird der Laser nicht statisch projiziert sondern ist konstant in Bewegung. Der Vorteil der neuen Technologie: Das per Laserstrahl auf die Retina geworfene Bild ist stets scharf und muss nicht fokussiert werden. Eine kleine Kamera, die am Brillengestell angebracht ist, kann Bilder der Umgebung filmen und über den Laser an das Auge übertragen. Davon könnten insbesondere Menschen mit Sehschwäche profitieren. HoloLens von Microsoft etwa arbeitet bei der Darstellung von Hologrammen ebenfalls mit einer Technik, bei der das Bild direkt auf der Retina abgebildet wird, braucht dafür aber mehrschichtige Linsen durch die das Licht vorab geschickt wird. Ähnlich funktionierte auch die erste Version von Google Glass. Das Problem: Ist der Projektor nicht im richtigen Winkel zum Auge positioniert kann das zu unscharfen Bildern führen. Mit der neuen Lasertechnologie wäre dieses Problem behoben.

Mit unsere Datenbrille ist es Menschen mit Sehschwäche möglich, wieder Bücher und Zeitungen zu lesen und sich normal in der Umgebung zu bewegen. Mitsuru Sugawara, CEO QDLaser

Darüber hinaus lässt sich die Brille schon jetzt mit einem Smartphone verbinden. So lassen sich Daten wie Webseiten und andere Informationen direkt in das Blickfeld des Brillenträgers übertragen. Aktuell muss die Brille noch über Kabel mit einer Kontrolleinheit in der Größe eines Smartphones verbunden werden. Der Zeitplan von QDLaser sieht vor in rund drei Jahren eine komplett kabellose Variante der Brille anbieten zu können. Die Brille soll ab März 2016 für etwa 2.000$ in den USA, Japan und Europa erhältlich sein. Vermarktet wird sie vorerst als medizinische Hilfestellung für sehbehinderte Menschen.

smart_glasses_qdlaser

Er schaut nicht fröhlich, aber keine Sorge: Das Design ist nicht final!

| SOURCE: QDLaser
| IMAGE: QDLaser

 

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