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Daydream Elements: Google zeigt Beispiele für gutes VR-Design

von Matthias Bastian9. September 2017

Mit dem Daydream-Elements-Programm gibt Google kostenlos Wissen zur Virtual-Reality-Entwicklung weiter.

Erstmals angekündigt wurde das VR-Trainingsprogramm Daydream Elements auf Googles Entwicklermesse I/O im vergangenen Mai. Jetzt stellt das Unternehmen interaktive Praxis- und Lernbeispiele samt Quellcode zur Verfügung, die vier Bereiche umspannen: Fortbewegung, Menüdesign, die Berechnung von virtuellen Szenen und die Integration von Objekten darin.

Für die Gestaltung der interaktiven VR-Schulung untersuchte Googles Virtual-Reality-Team vorhandene VR-Apps, um herauszufinden, welche grundlegenden Probleme vorhanden sind und wie Entwickler versuchen, diese zu lösen.

Auf Basis der App-Analyse entwickelte Googles VR-Team Prototypen und testete diese mit internen und externen Teams. Die gesammelten Erkenntnisse veröffentlicht Google auf dieser Webseite.

Google will Entwicklern den Einstieg in VR erleichtern

Bei der Fortbewegung durch virtuelle Welten wird zum Beispiel noch immer nach Varianten gesucht, die möglichst natürlich wirken, ohne VR-Übelkeit zu provozieren. Beim Design von Benutzeroberflächen für VR sollen Gestalter den neu zur Verfügung stehenden 3D-Raum sinnvoll einsetzen lernen, anstatt auf herkömmliche 2D-Menüs zurückzugreifen.

Neben den Designtricks bietet Google ein neues Monitoring-Werkzeug an, das Programmierern die wichtigsten Informationen zur Performance ihrer Anwendung in Echtzeit anzeigt. Das soll unter anderem bewirken, dass die für Virtual Reality sehr wichtige Bildwiederholrate stets im grünen Bereich bleibt – bei Daydream sind das 60 Bilder pro Sekunde.

Wie geht es mit Daydream weiter?

So lobenswert Googles Wissensweitergabe ist, viele Entwickler werden wohl nicht durch eine zu komplexe Programmierung von Daydream abgehalten, sondern durch viel zu wenige Nutzer.

Das diese wegbleiben, liegt an zwei Dingen: Eine derzeit fast nicht vorhandene Zielgruppe und eine zu geringe Verbreitung mobiler Endgeräte mit Daydream-Zertifikat. Bislang sind nur neun Smartphones mit Daydream kompatibel.

Immerhin: Mit der Daydream-Unterstützung des Samsung S8 und S8+ gelang Google ein Achtungserfolg, der das Verbreitungspotenzial der Smartphone-VR-Initiative deutlich steigert.

Autarke VR-Systeme für Daydream kommen im Herbst

Außerdem erscheinen ab November autarke Daydream-Systeme mit räumlicher Positionserkennung, unter anderem von Vive. Das könnte für Googles VR-Initiative ein entscheidender Schritt nach vorne sein, denn Smartphone-VR ohne Raumtracking taugt im Grunde nur für 360-Videos.

Allerdings ist dieses Potenzial noch mit vielen Fragezeichen versehen, denn bislang äußerte sich Google weder zum Preis, noch zu Inhalten oder der Steuerung. Klar ist, dass die autarken VR-Systeme nicht so günstig sein können wie die einfache Smartphone-Halterung Daydream View (rund 60 Euro), sondern voraussichtlich zwischen 500 und 600 Euro kosten werden.

Google geht das Thema immersive Computer laut dem VR- und AR-Verantwortlichen Clay Bavor entspannt und experimentierfreudig an. “Wir versuchen herauszufinden, wie das Produkt und die Nutzererfahrungen aussehen sollen. Wenn wir etwas erschaffen, das reizvoll ist und Spaß macht, dann ergeben sich die Geschäftsmodelle und die Monetarisierung von selbst”, sagte Bavor kürzlich in einem Podcast der Webseite Recode.

| Featured Image: Google (Screenshot bei YouTube)

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