Endlich ein Lebenszeichen aus Googles VR-Abteilung: Lenovos autarke Daydream-Brille Mirage Solo wird mit Bewegungscontrollern und Mixed-Reality-Funktionen aufgewertet.

Bislang gibt’s nur eine autarke VR-Brille für Googles VR-Plattform Daydream, die kommt von Lenovo und heißt Mirage Solo. Die Brille hat durchaus Qualitäten, aber eine signifikante Schwachstelle: den beigelegten Zeigecontroller, der Bewegungen nur auf einer 2D-Ebene erkennt.

Für glaubhafte virtuelle Hände und eine optimale VR-Immersion braucht es aber Controller, die man auch in die Tiefe des Raumes bewegen kann. Außerdem geht der simple Zeigecontroller gar nicht gut zusammen mit Googles ansonsten tollem Worldsense-Raumtracking für die VR-Brille.

Endlich richtige Bewegungscontroller für Mirage Solo

Dieses Manko will Google nun beheben und enthüllt im eigenen Blog einen experimentellen 6DoF-Controller für Mirage Solo. Das Tracking übernimmt dabei überraschenderweise nicht die ohnehin schon in Mirage Solo eingebaute Stereokamera.

Stattdessen muss eine zusätzliche Frontplatte via USB und Gummihalterung an der Vorderseite der VR-Brille angebracht werden. Zur genauen Funktionsweise äußert sich Google nicht, es handele sich um ein “neuartiges optisches Tracking”. Auf dem Bild erkennt man an der Frontplatte zusätzliche Sensoren oder Lichter – wahrscheinlich ist das Tracking infrarotbasiert ähnlich Nolo VR.

Ergänzend wird ein KI-gestütztes Tracking eingesetzt, ein dazu passendes Experiment zeigte Google erstmals im vergangenen April. Ein maschinelles Lernverfahren soll die Controllererfassung präzisieren und teure Zusatzhardware sowie externe Sensoren überflüssig machen.

Laut Google arbeiten ausgewählte Entwickler bereits mit dem experimentellen Controller. Jetzt soll die Testgruppe erweitert werden: Interessierte können sich hier bewerben.

Neue Mixed-Reality- und Android-App-Modi für Mirage Solo

Ebenfalls neu ist der 3D-Videomodus: Über die an der Vorderseite verbaute Stereokamera wird ein stereoskopisches Bild der Außenwelt in die Brille übertragen und kann dort mit digitalen Einblendungen überlagert werden. In der Fachsprache heißt das dann Augmented Virtual Reality oder Mixed Reality.

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Das 3D-Bild, das in die Brille übertragen wird, ist laut Google so akkurat, dass es dem Brillenträger genug Orientierung bietet für eine Runde Tischtennis.

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Ebenfalls neu ist ein Modus für Android-Apps, bei dem diese in VR auf einer großen Leinwand abgespielt werden können.

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Googles Upgrade für Mirage Solo dürfte der zu erwartenden Oculus-Konkurrenz geschuldet sein: Voraussichtlich wird das Facebook-Unternehmen in der kommenden Woche eine neue autarke VR-Brille mit voller Bewegungsfreiheit für Kopf und Hände enthüllen.

Erscheinen soll die Brille mit dem Codenamen “Santa Cruz” laut Gerüchten schon im ersten Quartal 2019. Google muss sich also beeilen, um nicht abgehängt zu werden. Alle bislang bekannten Fakten zu Santa Cruz stehen hier.

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