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Daydream View: Google nennt Mindestanforderungen an Smartphones

von Matthias Bastian9. November 2016

Zwar bringt Google mit Daydream View sowie dem Pixel eigene Referenzgeräte für Smartphone-VR auf den Markt, doch das Ziel ist ein anderes: Das Unternehmen möchte Rahmenbedingungen für hochwertige VR-Erlebnisse mit dem Mobilgerät schaffen und ein Ökosystem aufbauen.

Für Hersteller legt Google nun detailliert offen, welche Voraussetzungen ein Smartphone erfüllen muss, um ein Daydream-Zertifikat zu erhalten. Am wichtigsten ist wohl das Display: Das muss zwischen 4.7 und 6 Zoll groß sein und mindestens eine Auflösung von 1080p bei 60 Bildern pro Sekunde bieten. Google empfiehlt allerdings eine Auflösung von Quad HD (2.560 x 1.440) oder höher.

Latenz ist bei VR-Erlebnissen besonders relevant. Eine spürbare Verzögerung zwischen realer und virtueller Kopfbewegung bricht nicht nur die Immersion, sondern führt auch vermehrt zu Motion Sickness. Der Goldstandard liegt derzeit bei unter 20 ms, wobei es in der Industrie durchaus Bestrebungen gibt, diesen noch zu senken.

Das Display sollte daher keinesfalls eine Latenz von 3 ms überschreiten. Ebenfalls vorgeschrieben ist ein Low-Persistence-Modus, der hässliche Schlieren und Nachzieheffekte reduziert. Ein OLED-Display ist daher Pflicht, denn nur die beherrschen die schnelle Pixelschaltung.

Ebenfalls um die Latenz gering zu halten, legt Google Wert darauf, dass das Smartphone konstante 60 Bilder pro Sekunde liefert und im Falle von 360-Videos zwei 60 FPS Videos simultan dekodieren kann. Maximal fünf der 60 Bilder pro Sekunde dürfen außerhalb der optimalen Frametime liegen. Solche Aussetzer sollten aber – und das wird groß geschrieben – im Optimalfall gar nicht auftreten.

Weiterhin müssen Daydream-Smartphones Bluetooth 4.2 LE, OpenGL ES 3.2 und die Programmierschnittstelle Vulkan unterstützen. In der Dokumentation ist auch die Rede von leistungsfähigen “High-Fidelity”-Sensoren, die einer Anwendung innerhalb von 5 ms die gewonnenen Daten bereitstellen müssen. Die vollständigen Rahmenbedingungen können hier eingesehen werden.

Keine Vorgaben für CPU und GPU

Anders als beispielsweise Oculus bei PC-VR nennt Google keine Mindestvoraussetzungen was die Leistungsfähigkeit der verbauten Prozessoren angeht. Da permanent neue Chips auf den Markt kommen und Verbraucher diese ohnehin nicht eigenständig austauschen können – es sei denn, sie kaufen ein anderes Smartphone – mag das ein sinnvoller Schritt sein.

Aktuell sollte man nicht davon ausgehen, dass ein Gerät mit einem Prozessor unterhalb der Leistung eines Snapdragon 820 zertifiziert wird. Googles Pixel-Smarthpones haben einen Snapdragon 821 verbaut, der noch ein paar Prozent schneller rechnet als der Vorgänger. Der neue Vierkerner unterstützt auch Qualcomms VR-Entwicklungsumgebung, die mit Google Daydream kompatibel ist.

Bislang ist nicht bekannt, welche Hersteller in den kommenden Monaten Smartphones oder VR-Brillen mit Daydream-Zertifikat auf den Markt bringen. Allein ZTE vermeldete, dass das Axon 7 bis Jahresende via Update Daydream unterstützen soll. Noch ist das Feature nicht implementiert; nach Anpassungen an der Software muss ZTE das Gerät bei Google in den Zertifizierungsprozess geben.

Googles VR-Brille Daydrem View kommt morgen auf den Markt. Die benötigte Daydream-App kann im Android Store heruntergeladen werden, läuft aber nur mit dem Pixel-Gerät.

Letzte Aktualisierung am 8.12.2016 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API / Preis inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten

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