Titelbild: Screenshot eines KI-gefälschten Pornos (Gesicht der rechten Dame)

Wer schon immer mal in einem Porno mitspielen wollte, aber den Geschlechtsverkehr scheut oder zu schüchtern ist, für den gibt es jetzt dank Künstlicher Intelligenz eine bequeme Lösung.

Ende letzten Jahres tauchte die KI-Software “Deepfakes” bei Reddit auf: Mit ihr tauschten die Nutzer die Gesichter von Pornodarstellerinnen gegen die von prominenten Frauen – oder gegen das der Ex-Freundin.

Dank einer von Google entliehenen Deep-Learning-Methode klappt das recht überzeugend bei geringem Aufwand – beinahe auf Knopfdruck. Die Software verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Sie ist frei im Netz verfügbar.

Das US-Pornounternehmen “Naughty America” möchte aus Deepfakes jetzt Kapital schlagen. Zwar ist die KI-Software im Grunde für Laien bedienbar und kostenlos. Wer aber dennoch keine Lust hat, sich mit den Details zu befassen, soll individualisierte und personalisierte KI-Pornos einfach bestellen können.

“Wir glauben, dass individuelle und personalisierte Pornos die Zukunft sind”, sagt Naughty-America-CEO Andreas Hronopoulos zu Variety. Die VR-Brille wird ebenso unterstützt.

Der Pornostar im eigenen Schlafzimmer

Das Unternehmen will die KI-Software nicht nur für den Gesichtertausch verwenden. Mit KI-Special-Effects könnten Pornos beispielsweise im eigenen Schlafzimmer spielen. Die Beispielvideos (Achtung: expliziter, pornografischer Inhalt!) sind technisch nicht perfekt und liegen eher unter dem Niveau der von Reddit-Nutzern produzierten Fake-Pornos.

Ein Publikum wird es wohl dennoch geben. Wenn es nicht abgeschreckt wird durch die happigen Preise: Ein einfaches Deepfakes-Video soll mehrere hundert US-Dollar kosten. Bei aufwendigeren Anpassungen geht der Preis in die Tausende.

Racheporno leicht gemacht

Wer einen personalisierten Porno bestellen will, muss zuvor entsprechende Fotos und Videos an Naughty America senden. Mit diesem Material wird die KI-Software trainiert und macht sich anschließend an die Videobearbeitung.

Naughty America gibt zwar an, dass vor dem Gesichtertausch die Zustimmung der Pornodarstellerinnen eingeholt wird. Allerdings beschreibt es nicht, wie es herausfinden will, dass die vom Besteller eingesandten Bilder ebenfalls verwendet werden dürfen.

Deepfakes-Nutzer verwendeten die KI-Software beispielsweise für die Erstellung von Rachepornos mit Ex-Partnern und wurden dafür (und nicht nur dafür …) bei zahlreichen Online-Plattformen rausgeworfen.

Künstliche Intelligenz reduziert den Arbeitsaufwand

Der digitale Gesichtertausch ist kein neues Verfahren. “Es ist nur Nachbearbeitung”, sagt Hronopoulos. Allerdings war der Aufwand für personalisierte Pornos vor Deepfakes wohl zu hoch – oder niemand in der Pornoindustrie hatte die Geschäftsidee.

Rob Bredow, Leiter des bekannten Spezialeffektestudios Industrial Light & Magic, geht davon aus, dass KI-Algorithmen wie Deepfakes die Spezialeffektebranche grundlegend verändern werden. In ein bis zwei Jahren solle die Software reif sein für professionelle Produktionen.

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