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Virtual Reality: “OpenXR” heißt der zukünftige VR-Standard

von Tomislav Bezmalinovic28. Februar 2017

Vergangenen Dezember gab die Khronos Group bekannt, dass sie an einem offenen Standard für Virtual und Augmented Reality arbeitet, um der Fragmentierung des jungen Marktes entgegenzuwirken. Nun hat dieser Standard einen offiziellen Namen erhalten: OpenXR.

Die Khronos Group ist ein Konsortium der IT-Industrie, zu denen unter anderem Google, Microsoft, Intel, Nvidia und AMD, aber auch Valve, Sony und Oculus VR gehören. HTCs Vive-Tochtergesellschaft will dem Konsortium demnächst ebenfalls beitreten. Das Ziel des im Jahre 2000 gegründeten Zusammenschlusses ist es, offene Industriestandards zu entwickeln, um das Wachstum des Markts zu fördern.

Derzeit haben VR-Plattformen wie SteamVR und Oculus Home noch ihre eigene Programmierschnittstelle. Wollen Entwickler ihre VR-Anwendungen für mehrere Plattformen herausbringen, müssen sie sich zuerst in die verschiedenen Schnittstellen einarbeiten und ihre Software dementsprechend anpassen. Das kostet Zeit und Geld.

Eine Grafik der neuen OpenXR-Arbeitsgruppe zeigt schematisch die Fragmentierung vor einer Standardisierung der Programmierschnittstellen:

OpenXR_Vor_Standardisierung

Der OpenXR-Standard soll es Entwicklern künftig leichter machen, ihre Software für mehreren Plattformen gleichzeitig zu veröffentlichen oder von einer Plattform zur anderen zu portieren. OpenXR besteht aus zwei Teilen: einem Standard für Entwicklungsumgebungen wie Unity oder die Unreal Engine (“Application Interface”) und einem Hardware-Standard, der die Kompatibilität mit verschiedenen Endgeräten wie Oculus Rift und HTC Vive sicherstellt (“Device Layer”).

OpenXR_Nach_Standardisierung

Die Arbeit an OpenXR hat erst begonnen. Aufgrund der Komplexität der anstehenden Aufgabe, einen industrieweiten Standard zu entwickeln, dürfte es noch länger dauern, bis eine erste Version von OpenXR erscheint.

Die Khronos Group meldet des Weiteren, dass sie an der Finalisierung von Version 2.0 des gITF-Standards arbeite. gITF soll eine Art Jpg für 3D-Inhalte werden. Damit könnten 3D-Szenen auf einfache Weise komprimiert und mit sämtlichen Plattformen kompatibel gemacht werden. Dann könnten entsprechende Inhalte im Internet geteilt und per WebVR mit einer VR-Brille angesehen werden.

Die Pressemitteilung der Khronos Group findet man hier.


| Featured Image: Khronos Group

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