Vor wenigen Stunden verabschiedete sich US-Präsident Barack Obama in seiner letzten Rede von der Weltöffentlichkeit und seinen Landsleuten. Mitten im Publikum: eine 360-Grad-Kamera.

Die Kamera ist zwischen den Menschen positioniert, so als wäre man vor Ort, Teil des Publikums. Ein Regisseur wechselte während der Live-Übertragung von Zeit zu Zeit die Kameraperspektive.

Leider sind alle Kamerapositionen so weit von Obamas Rednerpult entfernt, dass man den Präsidenten bestenfalls als Silhouette ausmachen kann. Gerade aufgrund der Distanz stört die geringe Auflösung im Vergleich zur herkömmlichen Bildschirmübertragung.

Aber vielleicht geht es ja bei 360-Grad-Videos gar nicht darum, jedes Detail zu erkennen, sondern darum, die Atmosphäre eines Moments und eines Ortes möglichst authentisch einzufangen. Und das gelingt schon jetzt und wird in Zukunft noch deutlich besser gelingen.

Momente speichern statt Videos filmen

Wer sich die VR-Brille auf den Kopf setzt, kann recht gut erahnen, wie es sich anfühlte, bei Obamas letzter Rede anwesend zu sein. Allein die Möglichkeit nach links und rechts zu schauen und die Emotionen der Menschen um einen herum ungefiltert wahrzunehmen, erhöht die Glaubwürdigkeit des Moments enorm. Für unser Gehirn sind solche Informationen wichtiger Kontext, um eine Situation einzuschätzen.

Umgesetzt wurde der Live-Stream mit Nokias Ozo. Auf den verfügbaren 3D-Effekt wurde wohl aufgrund der großen Datenmenge verzichtet. Für Besitzer von Samsung Gear VR gibt es den Stream bei Facebook.

Auch Donald Trumps Ansprache nach seinem Wahlsieg konnte man aus der Ich-Perspektive und mitten im Publikum beiwohnen. Das Video wurde seinerzeit von CNN produziert und ist in der Daydream-App verfügbar. Im Vergleich zu TV-Bildern der Ansprache ist der ungeschnittene 360-Blick deutlich besser dazu geeignet, den Moment als solchen wiederzugeben.

Wer Barack Obama in höherer Qualität, aus nächster Nähe und in stereoskopischem 3D sehen möchte, lädt sich die von Oculus gesponserte 360-Doku “Through the Ages” herunter. In rund sieben Minuten begleitet man den ehemaligen US-Präsidenten und seine Familie bei einem Kurztrip durch das Naturschutzgebiet Yosemite.

| Featured Image: VRScout

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