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Der virtuelle Raum im Raum – mehr Platz dank Virtual Reality

von Matthias Bastian4. September 2016

Wie kann man seine Wohnfläche verdoppeln, ohne einen Pfennig mehr Miete zu zahlen? Die Antwort: Virtual Reality. Oder genauer: Mapped Reality.

Der Mapped-Reality-Ansatz der VR-Spielhalle “The Void” ist der vielleicht fortschrittlichste der VR-Branche. Die virtuelle und die bekannte Realität werden überlagert, sodass die beiden Umgebungen in Grundriss, Einrichtung und Form exakt zusammenpassen. Wände und Objekte stehen in der VR-Welt an den gleichen Stellen wie in der Realität. Die Konsequenz: Die virtuelle Welt wird haptisch.

Man kann Gegenstände anfassen, aufheben und benutzen, anstatt nur darüber zu stolpern. Durch die Void-Spielhalle bewegen sich die Nutzer dank Rucksack-PCs kabellos und ohne Einschränkungen. Die Immersion und das Gefühl von Präsenz werden dadurch maximiert.

Die Technologie der Void-Spielhalle ist noch so neu und innovativ, dass sie für den Heimgebrauch nicht verfügbar ist. Möchte man den eigenen Wohnraum perfekt digitalisieren und in der Virtual Reality betreten und neu einrichten, muss man Programmierkenntnisse und ein Händchen für Design haben. Die Macher der Spielhalle lassen sich diesen technologischen Vorsprung mit hohen Eintrittsgeldern für ihre erste VR-Erfahrung in New York bezahlen.

Die Mapped Reality für die eigenen vier Wände ist nur eine Frage der Zeit

Das wird nicht so bleiben: Mit Augmented Reality und Technologien aus dem Forschungsfeld des maschinellen Sehens wird es zukünftig auch Laien möglich sein, eigene Mapped-Reality-Welten zu erstellen. So ließe sich beispielsweise die eigene Wohnung inklusive Einrichtung maßstabsgetreu erfassen und digitalisieren. Ist dann ein 3D-Modell erst einmal vorhanden, braucht es nur noch eine gute Software, die die Einrichtung der alternativen Wohnfläche möglichst einfach und intuitiv ermöglicht.

Der virtuelle Zusatzraum könnte dann alles sein: Der perfekte Zufluchtsort für entspannende Meditation oder das Retro-Gaming-Zimmer aus der Kindheit. Vielleicht auch die maximal effiziente Arbeitsumgebung. Mitbewohner könnten über einfache Tracker – möglicherweise reicht schon das Smartphone – rudimentär im VR-Raum verortet und als Avatar angezeigt werden, sodass eine Art Mischrealität entstünde.

Auch wenn das nach Sci-Fi klingt, besonders weit in der Zukunft liegt diese Vision nicht: Geräte wie AMDs Sulon Q oder Qualcomms neue VR-Brille haben die benötigte Sensorik bereits verbaut. Auch Hololens oder das neue Lenovo-Smartphone können die Umgebung in Echtzeit scannen und kartieren. Die erste Generation dieser Geräte wird nicht die notwendige Präzision und visuelle Qualität liefern, um die Virtual-Reality-Wohnung zu einer attraktiven Alternative zur echten Wohnumgebung zu machen. Aber selbst wenn es noch ein paar Jahre dauern sollte: In Zukunft mieten wir zwei Wohnungen. Eine in der bekannten und eine in der virtuellen Realität.

| Featured Image: Janus VR