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“Die Szene für Virtual-Reality-Filme wächst unglaublich schnell.”

von Carolin Albrand9. März 2016

René J. Pinnell ist Gründer von Kaleidoscope VR, einer Community von und für VR-Enthusiasten, die sich speziell 360-Filmen und außergewöhnlichen VR-Experiences verschrieben hat. Mit Kaleidoscope VR tourte René bereits im letzten Jahr quer durch die USA, um einem interessierten Publikum eine Auswahl der besten VR-Filme und -Apps vorzustellen. In diesem Jahr kommt die Tour auch nach Europa und macht unter anderem Halt in Berlin und Köln.

VRODO: René, welches Ziel verfolgst du mit diesem Projekt?

René Pinnell: Kaleidoscope ist eine globale Community für Virtual-Reality-Künstler. Mit dem Kaleidoscope-Festival unterstützen wir Künstler bei der Präsentation ihrer Arbeit und helfen ihnen so, Geld für Projekte zu generieren, die von Grund auf für Virtual Reality gestaltet werden.

VRODO: Warum glaubst Du, dass so ein Festival notwendig ist?

René Pinnell: Virtual Reality ist eine neue Kunstform und steckt noch immer in den Kinderschuhen. Wir wissen bislang noch nicht, wie man in VR Geschichten erzählt. Wir kennen die Spielregeln nicht oder wie sich die Sprache des Virtual-Reality-Kinos entwickeln wird. Wir müssen experimentieren und forschen, um das volle Potenzial von Virtual Reality zu entdecken.

Bei Kaleidoscope glauben wir, dass unabhängige Künstler die treibende Kraft hinter dieser Entwicklung sein werden. Denn traditionell sind es die Independent-Künstler, die mit wenig Budget arbeiten und ein großes kreatives Risiko tragen. Aber nur, indem wir diese Risiken eingehen, werden wir das volle künstlerische Potenzial von Virtual Reality begreifen. Wir haben Kaleidoscope gegründet, um uns für Independent-Künstler, die die Sprache des Kinofilms für Virtual Reality neu erfinden wollen, einzusetzen. Wir wollen sie feiern und unterstützen.

“Mit Virtual Reality haben wir die Chance, die Regeln neu aufzustellen und die Kontrolle wieder in die Hände der Künstler zu geben.” René J. Pinnell, Gründer von Kaleidoscope VR

VRODO: Du bist letztes Jahr mit Kaleidoscope bereits durch die USA getourt. Hast du in diesem Jahr eine Veränderung festgestellt? Wissen die Leute schon mehr über VR?

René Pinnell: Der größte Unterschied zwischen der Nordamerika-Tour im letzten Jahr und der Welttournee in diesem Jahr ist die Anzahl der Künstler und Entwickler, die sich beteiligen. Letztes Jahr hatten wir eine Menge ausgefallener Künstler, die Virtual Reality das erste Mal ausprobierten. In diesem Jahr haben wir viele neue Künstler, die schon mindestens ein Virtual-Reality-Projekt umgesetzt haben. Die Szene für Virtual-Reality-Filme ist global und wächst unglaublich schnell.

Lesenswert: Mehr Informationen zur Kaleidoscope-Tour: VR-Filmfestival in Berlin und Köln im März

VRODO: Wie viel besser sind die VR-Projekte im Vergleich zum letzten Jahr? Wir haben das Gefühl, dass die komplette Industrie sich aktuell mit Lichtgeschwindigkeit bewegt, obwohl niemand so wirklich weiß, wohin das neue Medium eigentlich führen soll.

René Pinnell: Die Virtual-Reality-Industrie verdoppelt sich alle sechs Monate. Die Qualität und der Reifegrad der VR-Produktionen wachsen im gleichen Tempo. Letztes Jahr waren es weniger als 20 VR-Künstler, die wirklich interessante Arbeiten zeigten. In 2016 liegt die Zahl eher bei 100 Künstlern, schätze ich. Nächstes Jahr, da wette ich, wird die Zahl an Künstlern, die bedeutende Beiträge für Virtual Reality leisten, bei mehr als 1000 liegen.

VRODO: Was ist Deine persönliche Motivation, so intensiv in das Thema Virtual Reality einzusteigen?

René Pinnell: Ich war zehn Jahre lang Filmemacher, anschließend arbeitete ich für sechs Jahre als Designer. Als ich das Projekt Blocked In von Daniel Ernst auf der DK1 sah, wusste ich, dass Virtual Reality das Potenzial hat, nicht nur eine seriöse Kunstform zu werden, sondern sogar die führende Kunstform. In diesem Moment beschloss ich, Independent-Künstlern zu helfen, die treibende Kraft von Virtual Reality zu werden. Wenn du als unabhängiger Künstler traditionelle Filme drehst, ist es unglaublich schwer, Anerkennung für gute Arbeit zu bekommen, geschweige denn, dass man davon leben könnte.

Mit Virtual Reality haben wir die Chance, die Regeln neu aufzustellen und die Kontrolle wieder in die Hände der Künstler zu geben. Wir wollen die Machtverhältnisse verschieben, weg von den großen Studios und hin zu den Independent-Studios und den selbstständigen Künsten. Das ist es, was wir mit Kaleidoscope VR eigentlich erreichen wollen.

VRODO: Hast Du ein VR-Erlebnis, das Dir besonders in Erinnerung geblieben ist?

René Pinnell: Ich mag natürlich alle VR-Projekte, die wir auf der Kaleidoscope-Welttournee vorstellen. Ich kann zwar nicht eine spezielle VR-Erfahrung rauspicken, aber hier sind meine Top 7:

| SOURCE: VRODO
| FEATURED IMAGE: Jean Christophe Husson