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ZED Mini macht aus Oculus Rift und HTC Vive Mixed-Reality-Brillen

von Tomislav Bezmalinovic27. September 2017

Die Zed Mini ist ein Stereokameramodul, das am Gehäuse einer VR-Brille befestigt wird. Sie filmt die Außenwelt und streamt die Bilder auf die Displays, wo sie um digitale Objekte erweitert werden können. Das Ergebnis ist eine Mixed-Reality-Brille, die reale und digitale Objekte gekonnt vermischt. Nun kann das Gerät vorbestellt werden.

Die Zed Mini hat zwei RGB-Weitwinkelkameras im Abstand von 65 Millimeter verbaut, was in etwa dem menschlichen Augenabstand entspricht. Die Kameras erfüllen neben dem Passthrough-Videostreaming der realen Umgebung noch zwei weitere Funktionen.

Die aufgezeichneten Bildinformationen dienen einerseits zur Bestimmung der räumlichen Position des Geräts. Andererseits werden sie dazu genutzt, die Tiefe des Raums zu berechnen. Das Gerät vergleicht die beiden Bilder und erstellt in Echtzeit eine 3D-Karte der Umgebung. Eine Tiefenkamera wird nicht benötigt.

Mit einer Zed Mini kombiniert soll aus einer HTC Vive oder einer Oculus Rift ein Mixed-Reality-Gerät werden, das die Umgebung räumlich wahrnimmt und auf diese Weise digitale Objekte auf realistische Weise in der Außenwelt platzieren kann.

Beeindruckende Verdeckungseffekte

Ben Lang von Road to VR testete die Zed Mini mit einer Oculus Rift und ist vom Ergebnis beeindruckt. Die Passthrough-Bilder der Kameras würden die Displays der VR-Brille zwar nicht komplett ausfüllen, dennoch sei das Sichtfeld sehr viel größer als bei aktuellen AR-Brillen.

Lang probierte ein Spiel aus, in dem er gegen Dronen kämpfen musste. Besonders beeindruckt hätten ihn die Verdeckungseffekte, da die Dronen mitunter hinter Menschen und realen Objekten durchflogen. In einer zweiten Demo testete Lang ein Plastiklichtschwert mit einem blau leuchtenden Ende.

Die Kameras der Zed Mini erfassten das abstrahlende Licht und übertrugen das Schwert in die MR-Simulation, sodass Lang die Dronen mit dem Lichtschwert bekämpfen konnte. Diese reagierten realistisch auf die variierende Heftigkeit der Schläge.

Engadget testete die Zed Mini ebenfalls, jedoch bereits Ende Mai. In ihrem Erfahrungsbericht bemängelte Nicole Lee die tiefe Auflösung und Bildwiederholrate der Stereokameras und lobte das weite Sichtfeld und die 3D-Kartografierung des Raumes. Sie schreibt, dass sie die Dronen mit ihren bloßen Händen abwehren und reale Objekte als Schild nutzen konnte.

Autarke MR-Brille Linq ist noch in Entwicklung

Die Zed Mini ist eine Weiterentwicklung der Zed-Stereokamera, über die VRODO im Juni 2016 berichtete. Das ältere Produkt ist für mobile VR-Brillen ausgelegt und dazu gedacht, die Geräte um räumliche Bewegungserfassung zu erweitern. Für die Berechnungen muss die Stereokamera allerdings mit einem PC verbunden werden.

Die halb so große Mini-Version ist für stationäre VR-Brillen wie Oculus Rift und HTC Vive optimiert und wird laut Engadget über ein USB-Kabel mit den Geräten verbunden.

Der Hersteller Stereolabs arbeitet außerdem an der autarken MR-Brille Linq, die die hauseigene Kameratechnologie integriert hat. Laut Engadget soll das Endprodukt circa 1.000 US-Dollar kosten. Wann sie erscheint, ist nicht bekannt.

Die Zed Mini kann auf der offiziellen Internetseite von Stereolabs vorbestellt werden und kostet 450 US-Dollar. Die Auslieferung starttet im November 2017.

| Featured Image: Stereolabs | Source: Road to VR / Engadget

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