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Virtual-Reality-Journalismus: Neue Kooperation für gute Praxisbeispiele

von Carolin Albrand19. Dezember 2015

Die Emblematic Group von Journalismusforscherin Nonny de la Peña und Frontline, eine Dokureihe des US-amerikanischen, nichtkommerziellen TV-Senders PBS, kooperieren zum Thema VR im Journalismus. Die Zusammenarbeit wird von der Knight Foundation mit 580.000 US-Dollar gefördert. Die Stiftung setzt sich unter anderem für mehr Qualität in der Berichterstattung ein.

Ziel dieser Kooperation ist es, in den kommenden anderthalb Jahren verschiedene VR-Projekte zu starten, die nicht nur der Berichterstattung dienen, sondern die sich grundlegend mit dem neuen Medium auseinandersetzen. Dabei sollen erste Handlungsempfehlungen und Best-Practice-Beispiele entwickelt werden, an denen sich andere Journalisten zukünftig orientieren können: „Im Moment gibt es noch keine anerkannten festen Regeln für Virtual Reality und Journalismus. […] Unsere bereits etablierten Standards sind gute Leitlinien, aber Virtual Reality kommt mit eigenen Herausforderungen, Chancen und Fragestellungen. Wir möchte uns mit den Produzenten bei Frontline, aber auch mit Kollegen, News-Medien und Journalistenschulen beraten, um gute Praxisbeispiele zu entwickeln”, schreibt Raney Aronson-Rath von Frontline im Blog der Knight Foundation.

Ein Beispiel für Frontlines Berichterstattung in Virtual Reality ist eine Reportage über den Ebola-Ausbruch. Das Erklärstück mischt 360-Filmaufnahmen und Computer generierte Grafiken. Die App kann hier für Android runtergeladen und mit Cardboard angesehen werden.

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Partner von Frontline ist die Emblematic Group, deren CEO Nonny de la Peña sich bereits seit rund acht Jahren intensiv mit Virtual Reality im Journalismus beschäftigt. Der Ansatz von Peña ist sehr eigenwillig: Statt auf Kamerabilder und Originalaufnahmen zurückzugreifen, erstellt sie gemeinsam mit ihren Kollegen komplette virtuelle Nachbauten der Szene, über die berichtet werden soll. Diese wird dann um O-Töne ergänzt. Unter anderem möchte Peña damit zeigen, dass sich diese Art der Berichterstattung für neutralen News-Journalismus eignet und der Zuschauer durch die abstrakten Grafiken emotional nicht überfordert wird. Ein Beispiel dafür ist One Dark Night. Hier wird der Mord am 17-jährigen Trayvon Martin, der 2012 in den USA von einem Wachmann niedergeschossen wurde, in einer virtuellen Szene nachgestellt.

| FEATURED IMAGE: Frontline
| SOURCE: Knight Foundation