Projektionen auf die Windschutzscheibe gibt es bislang nur in 2D. Wellenleitertechnologie des Herstellers Digilens soll zukünftig eine 3D-Darstellung ermöglichen. Verkehrsrelevante Informationen sollen unmittelbar in den Straßenverkehr eingebettet werden.

Fahrer moderner Oberklasse-PKWs sind Head-up-Displays ein Begriff: Mittels Projektionen auf die Windschutzscheibe bleiben die Augen stets auf die Straße gerichtet.

Optisch wirken diese Windschutzscheiben-Projektionen wie ein kleiner, in der Luft schwebender Bildschirm, auf dem beispielsweise die Geschwindigkeit oder eine Navigationshilfe angezeigt werden.

Augmented-Reality-Fahrerassistenz integriert digitale Informationen in den Verkehrsfluss

Der deutsche Automobilzulieferer Continental investiert in einer dritten Finanzierungsrunde 25 Millionen US-Dollar in das Silicon-Valley-Unternehmen Digilens, um Augmented-Reality-HUDs auf die nächste Stufe zu hieven.

Digilens ist spezialisiert auf Augmented-Reality-Projektionen mittels Wellenleitertechnologie, wie sie auch in Microsofts AR-Brille Hololens verbaut ist. Continental investierte erstmals 2016 in Digilens und hält jetzt 18 Prozent Unternehmensanteile.

Ziel der Partnerschaft zwischen Continental und Digilens ist die Entwicklung eines dreidimensionalen Augmented-Reality-HUDs mit fortschrittlichen Funktionen, die auf Fahrkomfort und Sicherheit einzahlen. In die Umgebung können beispielsweise Gefahrenhinweise integriert oder hinter Autos versteckte Fußgänger farblich markiert werden. Die für diese Visualisierung notwendigen Daten müssten im Auto verbaute Sensoren und Kameras liefern.

Konzeptbild: So soll es aussehen, wenn sich die Digilens-Technologie visuell in den Verkehrsfluss einklinkt. Bild: Continental / Digilens

Konzeptbild: So soll es aussehen, wenn sich die Digilens-Technologie visuell in den Verkehrsfluss einklinkt. Bild: Continental / Digilens

Platzsparend mit einem weiteren Sichtfeld

Im Vergleich zu derzeit typischen spiegelbasierten AR-HUDs soll die von Digilens entwickelte Wellenleiterprojektion bei einem Sechstel des Platzverbrauchs ein doppelt so weites Sichtfeld bieten. Laut Digilens schlägt die eigene Wellenleitertechnologie außerdem andere Wellenleiter-Displays in puncto Sichtfeldweite und Effizienz bei der Herstellung. Das soll die Produktionskosten im Vergleich geringer halten.

“Angesichts des geringeren Volumens von Head-up-Displays hat die Wellenleitertechnologie wahrhaftig das Potenzial, den Markt zu revolutionieren”, sagt Thorsten-Alexander Kern, Leiter der HUD-Produktentwicklung bei Continental und neues Aufsichtsratsmitglied bei DigiLens. “Wir sehen jetzt die ersten vielversprechenden Ergebnisse und können diese spannende Technologie dank der erhöhten Beteiligung an DigiLens nun schnell auf die Straße bringen.”

Weitere Investoren in Digilens sind unter anderem Sony, Panasonic und Foxconn. Insgesamt hat Digilens seit 2012 rund 60 Millionen US-Dollar in drei Finanzierungsrunden eingesammelt. Das Unternehmen ist seit 2003 am Markt.

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