0

Disney und Google launchen Augmented-Reality-Webseite

von Matthias Bastian12. August 2016

Um den kommenden Film “Pete’s Dragon” zu promoten, launcht Disney eine Webseite, die mit Hilfe von Googles starkem Algorithmus für die Bilderkennung eine Augmented-Reality-Anwendung im Browser umsetzt.

Mit dem Smartphone in den eigenen vier Wänden Drachen jagen, ohne dass man dafür eine App installieren muss – das machen Google und Disney gemeinsam mit der Digitalagentur Mediamonks möglich. Eine neue Webseite zum Film “Pete’s Dragon” setzt auf Googles Cloud Vision Schnittstelle, die Bilder mit Googles gigantischer Bilddatenbank abgleichen und auf diese Art Objekte identifizieren kann, die vor der Smartphone-Kamera auftauchen. Die App läuft direkt im Browser und zapft von dort aus die Kamera an.

Um dieses Feature herum strickten die Unternehmen ein einfaches Spiel. Der Nutzer muss mit dem Smartphone in der Hand vorgegebene Alltagsgegenstände finden und scannen, indem er das Gerät für einige Sekunden auf das geforderte Objekt richtet. Googles Computer Vision untersucht das Kamerabild anschließend auf einzelne Objekte und prüft, ob die im Bildausschnitt erkannten Objekte mit dem übereinstimmen, das das Spiel vorgibt. Dabei berücksichtigt Google artverwandte Begriffe. Bei einer Couch kann auch ein Stuhl oder ein Futon gescannt werden. Wenn das vom Spiel geforderte mit dem eingescannten Objekt übereinstimmt, läuft als Belohnung ein digitaler Drache aus dem Film durchs Bild.

Um das Spiel zu starten, muss man die Webseite dragonspotting.com mit dem Smartphone aufrufen. Ähnlich wie bei Pokémon Go hat diese Form einer rudimentär augmentierten Realität nicht viel gemein mit Hololens und vergleichbarer Augmented-Reality-Hardware, die uns in den kommenden Jahren erwartet. Allerdings gewöhnt sie den Nutzer an das Konzept der Vermischung von virtuellen und realen Elementen.

Die Objekterkennung funktioniert schnell und zuverlässig

Das Spielkonzept ist zwar denkbar simpel, der heimliche Star im Praxistest ist aber Googles Algorithmus für die Bilderkennung, der sich kaum übertölpeln lässt. Zwar kann man beispielsweise mit einem Bild von einer Pflanze eine echte Pflanze vortäuschen, aber beispielsweise keinen Busch. Selbst bei Teilausschnitten von einer Tür oder einem Tisch, die auf Entfernung gescannt werden, erkennt und benennt der Algorithmus zuverlässig das korrekte Objekt.

Die Computer Vision, die Google hier erprobt und trainiert, ist eine der Kerntechnologien für zahlreiche neue Anwendungsszenarien in ganz unterschiedlichen Bereichen wie Augmented Reality, selbstfahrenden Autos oder künstlicher Intelligenz. Computer lernen, die Umwelt zu sehen und zu verstehen wie Menschen. Mehr Informationen zur Google Cloud Vision API gibt es hier.

| Source: Google