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Dokus in 360-Grad: Neue VR-Apps der SZ und von The Economist

von Matthias Bastian4. Oktober 2016

Immer mehr Verlage experimentieren mit Virtual Reality in der Berichterstattung. Auch die Süddeutsche Zeitung und The Economist bieten kostenlose Apps für Samsung Gear VR und Google Cardboard an.

Vor den Olympischen Sommerspielen 2016 berichtete die SZ aus den Favelas von Rio de Janeiro und traf sechs Menschen, die im Schatten der Spiele leben. Gefilmt wurden die 360-Dokus mit einem GoPro-Rig; für eine bestmögliche Darstellungsqualität sollte man die kurzen Videos vor dem Abspielen herunterladen.

Die 360-Dokus sind im Web sowie in der neuen VR-App der SZ für das iPhone und Android-Smartphones verfügbar. Auch Besitzer von Gear VR werden im Oculus Store bedient. Die SZ möchte zukünftig nachlegen und weitere VR-Reportagen veröffentlichen.

The Economist experimentiert mit gerenderten Inhalten und Photogrammetrie

Das animierte Erklärstück “OceansVR: Net positive” widmet sich dem Thema Überfischung und ergänzt eine Titelstory aus dem Juli. Der Vorteil von Virtual Reality sei es, schreibt The Economist, dass man eine Argumentation nicht nur als Buchstaben auf dem Screen oder dem Papier sehen würde, sondern diese aus verschiedenen Perspektiven erleben könne. Im Video wird man unter anderem in die Rolle eines Restaurantbesuchers und eines Hochseefischers versetzt. Auch die BBC versucht sich an in Echtzeit gerenderten Inhalten und animierten VR-Erklärvideos.

Die App des Economist für Android und iOS bietet zusätzlich eine illustre 360-Grad-Dokumentation über einen in Osaka lebenden Tätowierkünstler, der den Zuschauer auf einen kurzen Rundtrip durch seine Stadt mitnimmt.

Ebenfalls verfügbar ist eine 360-Doku zum Projekt Mosul, dem ersten VR-Projekt der britischen Wochenzeitung. Mittels Photogrammetrie wurde ein vom IS zerstörtes Museum virtuell neu errichtet. In Zusammenarbeit mit der Non-Profit-Organisation Rekrei erstellte das Medienhaus eine virtuelle Nachbildung des Museums in Mosul und viele der darin zerstörten Artefakte.

Matthew Vincent und Chance Coughenour von Rekrei sammelten eine große Anzahl Fotografien der zerstörten Statuen und Kunstwerke. Das Team erhielt tausende Aufnahmen von Touristen und amerikanischen Soldaten, die während des Krieges vor Ort waren. Auf Basis der Fotos wurde das Museum samt der Ausstellungsstücke virtuell und dreidimensional nachgebaut.

| Featured Image: The Economist / Object Normal