Update vom 18. Juni 2018:

In einem Interview mit der Webseite Gamesindustry bestätigt Xbox Marketing-Chef Mike Nichols, dass Microsoft bis auf weiteres keine Pläne für VR oder Mixed Reality mit der Konsole hat. Die offene PC-Plattform ermögliche schneller Qualitätssteigerungen, argumentiert Nichols.

Laut Nichols existieren bereits zahlreiche Unternehmen, die sowohl in Hard- als auch Software oder eine Kombination aus beidem investieren. Augmented Reality eigne sich gut für Smartphones, aber weder VR noch AR für die Xbox.

Microsofts Konsolenstrategie sei auf Videospiele am TV ausgerichtet. Das Angebot an Spielen solle zukünftig breiter werden.

Ursprünglicher Artikel 11. Juni 2018:

Auf der Spielemesse E3 präsentierte Microsoft Dutzende neue Spiele und gab einen Ausblick auf die nächste Xbox-Generation. Ein Thema spielte dabei keine Rolle: Virtual Reality.

Im September 2017 beklagte sich der frühere Sony-Manager Andrew House über die Monopolstellung von Playstation VR am Konsolenmarkt.

“Ich fühle mich nicht wohl damit, dass wir mit einem großen Abstand den VR-Markt anführen”, sagte House.

Moment mal. Ein Manager beklagt sich darüber, dass sein Unternehmen einen neuen Markt im Alleingang abgrasen darf? Wieso denn das?

Weil House verstanden hat, dass neue Märkte gemeinsam geschaffen werden: Nur im Schulterschluss der marktführenden Unternehmen können die massiven Investitionen gestemmt werden, die notwendig sind, damit VR-Technologie massenmarkttauglich wird. Der Wettbewerb folgt, wenn der Markt etabliert ist.

Microsoft tut Sony den Gefallen nicht

Während Microsoft in den vergangenen E3-Jahren VR zumindest noch als interessante Technologie anerkannte, passierte in diesem Jahr rein gar nichts.

Im Gegenteil: Zum Abschluss der E3-Präsentation gab Xbox-Boss Phil Spencer einen Ausblick auf die Zukunft der Marke Xbox und die kommende Gerätegeneration.

Die großen Zukunftstechnologien sind laut Spencer Serviceoptimierung mit Künstlicher Intelligenz und Spiele-Cloud-Streaming in Originalqualität über viele Endgeräte hinweg. Und natürlich tolle Grafik.

VR spielte in Spencers Zukunftsvision keine Rolle. Dabei sitzt Microsoft aufgrund der Mixed-Reality-Initiative schon auf solider Brillentechnologie, die in puncto Tracking Sonys Playstation VR sogar überlegen ist.

Wahrscheinlich bräuchte es nicht mehr als einen Satz neuer Treiber, um die aktuelle Xbox-Generation VR-tauglich zu machen. Aber Microsoft will es nicht.

Windows-VR bleibt am PC

Auf Nachfrage der Webseite Techradar wiederholt ein Microsoft-Sprecher nach der E3-Konferenz den Standpunkt des vergangenen Jahres: Virtual Reality sei noch nicht reif für das Wohnzimmer und am PC vorerst besser aufgehoben. Die Aussage kennt man so schon und zwar fast im Wortlaut.

An die im März 2017 von Microsofts Mixed-Reality-Chef Alex Kipman angekündigte VR-Unterstützung für die Xbox-Familie kann man also getrost einen Haken machen. Gleiches gilt für die Andeutungen des Xbox-Managers Panos Pay im Rahmen des Windows-Mixed-Reality-Marktstarts im vergangenen November.

Die finanzielle Verantwortung und das unternehmerische Risiko für hochwertige Konsolen-VR wird Sony also noch ein paar Jahre alleine tragen müssen. Eine neue Playstation-Brille vor der nächsten Konsolen-Generation ist unwahrscheinlich – und die soll erst ab 2021 beginnen. Hält Sony solange durch?


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