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Eco-Verband: Augmented Reality wird noch massiv unterschätzt

von Carolin Albrand8. Juni 2016

Der deutsche Verband der Internetwirtschaft eco hält Augmented Reality für einen potenziellen Megatrend, der Entertainment und Industrie gleichermaßen verändern soll.

“Das Anwendungs- und Marktpotenzial von Augmented Reality wird auf breiter Basis völlig unterschätzt”, heißt es in einer Mitteilung des eco-Verbands der deutschen Internetwirtschaft. Diese Annahme dürfte sich nur auf den deutschen Markt beziehen, denn zumindest in den USA fließen gerade Milliarden US-Dollar in die Entwicklung echter Augmented-Reality-Technologien, die im Unterschied zu reinen Heads-Up-Displays wie Google Glass deutlich mehr Anwendungspotenzial bieten.

Richtig ist in jedem Fall, dass die vielversprechende Technologie etwas im Schatten des momentanen Virtual-Reality-Hypes verweilt. Das dürfte in erster Linie daran liegen, dass echte Augmented-Reality-Brillen wie Hololens, Meta 2 oder Magic Leap noch weit von der Marktreife entfernt sind, während Oculus Rift und Co. bereits im Nutzeralltag ankommen.

Zumindest kurzfristig wird sich das wohl nicht ändern, warum das so ist erklärt Oculus-Rift-Erfinder Palmer Luckey: “Es ist viel einfacher, etwas zu bauen, das den Nutzer komplett in eine virtuelle Welt versetzt als etwas, das virtuelle und reale Umgebung nahtlos miteinander verknüpft.”

Luckey sieht die Technologien, die die virtuelle Realität antreiben, mehrere Jahre im Vorsprung. Natürlich gibt es zwischen diesen beiden Bereichen nahtlose Überschneidungen, so dass auch die Entwicklung neuer AR-Geräte zumindest teilweise vom technologischen Fortschritt der VR-Brillen profitieren wird.

Nicht nur für den Job: Augmented Reality taugt auch für Spiele und Entertainment

Der eco-Verband geht derweil davon aus, dass der kommende Megatrend sowohl die Industrie als auch das Entertainment nachhaltig verändern wird. “Mit der neuen Generation von AR-Brillen wird sich beispielsweise eine völlig neue Generation von Brett- und Raumspielen durchsetzen”, sagt Thorsten Unger, Geschäftsführer des GAME-Verbandes.

“Wer künftig eine mit Augmented Reality angereicherte Version von Monopoly im eigenen Wohnzimmer spielen wird, wird wohl nie mehr zu einem klassischen Brett zurück wollen. Es stehen dann ganz andere Möglichkeiten der Interaktion und Darstellung zur Verfügung.”

Ein gutes Beispiel dafür ist die AR-Brille CastAR, die genau für solche Anwendungen entwickelt wird. Die Erfinder nennen das “Projected Reality”. Am oberen Rand der Brille sind zwei Mini-Projektoren angebracht, die die 3D-Abbildungen auf ein spezielles, reflektierendes Material (“retro-reflective”) projizieren. Dieses kann beispielsweise auf einem Tisch ausgebreitet werden, der so zur Spielfläche wird.

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| Source: Eco | Featured Image: CastAR