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Ein märchenhaftes Kinderbuch in 3D – “Luna” im Test

von Tomislav Bezmalinovic6. November 2017

Ein Vogel verschluckt Fragmente des Monds und bringt damit die Natur aus dem Gleichgewicht. Nun liegt es an dem Spieler, durcheinander geratene Sternbilder wiederherzustellen und die Schöpfung erneut in Gang zu setzen. “Luna” ist kein Spiel im herkömmlichen Sinne. Was die Erfahrung wertvoll macht, ist das sinnliche Erleben märchenhafter Welten, die an liebevoll gestaltete Kinderbücher erinnern.

Luna erzählt eine Schöpfungsgeschichte: Der Spieler schwebt wie ein Gott im Weltraum und macht sich daran, einer Reihe karger Landschaften Leben einzuhauchen. Die erscheinen als Terrarien, die der Spieler drehen und so von allen Seiten betrachten kann.

Zu Beginn existiert lediglich ein Baum mit Knospen. Berührt der Spieler sie, geben sie Töne von sich. Ein Vogel bringt die Knospen mit seinem Gesang nacheinander zum Klingen, sodass sie eine Melodie ergeben. Nun muss man die Melodie nachspielen, indem man die Knospen in der richtigen Reihenfolge berührt. Gelingt das, öffnen sich die Knospen und geben Sternbilder frei.

Im Anschluss greift der Spieler nach einzelnen Sternen und ordnet sie so an, dass sie Sternbilder von Pflanzen oder Tieren ergeben. Damit holt er sie ins Leben zurück.

Die Natur zum Leben erwecken

Ist das vollbracht, erscheint ein lebloses Terrarium. Nun liegt es am Spieler, der Landschaft Leben einzuhauchen, indem er Bäume, Blumen und Sträucher in die Erde pflanzt. Trifft Sonnenlicht auf die Flora, erwacht die Natur: Grünes Gras breitet sich aus, Maikäfer krabbeln unter Blättern hervor, kleine Vögel flattern um die Bäume und am Ufer hüpfen Frösche herum.

Die Größe und Farbe der Sträucher, Blumen und Bäume lässt sich anpassen, sodass die Erfahrung eine kreative Komponente erhält. Sprießt das Leben in dem Biotop wieder, kann der Spieler mit einer Geste in das Terrarium hineinspringen und sich darin umsehen. Dabei wird er Zeuge, wie ein Tier geheilt und dem Mond seine Fragmente zurückgibt.

Gegen Ende etwas monoton

Diese drei Aufgaben (Melodien nachspielen, Sternbilder wiederherstellen und Landschaft zum Leben erwecken) wiederholen sich bei den übrigen Terrarien, bis der Mond all seine Fragmente zurückerhalten hat. Luna ist wie gesagt kein Spiel, dennoch hätte eine Variation oder Vertiefung dieser Mechanik die Erfahrung interessanter gemacht. So hat man nach zwei, drei Terrarien das Meiste gesehen und der Überraschungseffekt bleibt aus.

Luna erinnert stark an das wunderbare VR-Spiel “Gnog” für Playstation VR. Hier hat man es ebenfalls mit bunten und lebendigen Miniwelten zu tun hat. Gnog hat anders als Luna kleine Rätsel, die die Interaktionen bis zum Ende spannend machen. Dass Luna auf Puzzles verzichtet, macht es selbst für jüngere Kinder zugänglich.

Luna ist erhältlich im Oculus Store, bei Steam und im Microsoft Store und kostet 14,99 Euro. Am 22. November wollen die Entwickler von Funomena eine 2D-Version nachreichen. Luna kann man im Stehen oder Sitzen spielen, die Spieldauer beträgt etwa eine Stunde.

| Featured Image: Funomenta

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