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Eine Hochzeit mit Abstrichen: Paar heiratet in der Virtual Reality

von Tomislav Bezmalinovic29. Mai 2017

Am 25. Mai schlossen Elisa Evans und Martin Shervington den Bund der Ehe. Das Außergewöhnliche an dem Ereignis: Sie gaben sich das Ja-Wort in der Virtual Reality. Eine Journalistin war bei der virtuellen Hochzeit anwesend und beschreibt ihre Eindrücke.

Das englische Gesetz schreibt vor, dass in Heiratsurkunden der Ort der Vermählung vermerkt wird. Deshalb betraten Elisa Evans und Martin Shervington vergangenen Donnerstag in feierlicher Aufmachung eine Räumlichkeit, in der sie sich offiziell trauen lassen konnten. Virtuelle Orte kennt das Gesetz nicht.

Das Paar setzte sich eine VR-Brille auf und loggte sich in AltspaceVR ein. Auf einer Plattform über einem See mit brodelnder Lava warteten bereits die Gäste auf sie: Roboter und Comicfiguren, gesteuert von Freunden und Verwandten, die ebenfalls die Social-VR-Plattform betreten hatten.

Ebenfalls anwesend war eine Mitarbeiterin von AltspaceVR, die als Zeremonienmeisterin auftrat und das Paar rechtlich bindend traute. Laut Martin Shovington soll es sich um die erste rechtsgültige Hochzeit in der Geschichte der Virtual Reality handeln.

Wenig Romantik

Das Paar erschien in Gestalt schwebender Roboter. Die Braut unterschied sich vom Bräutigam alleine dadurch, dass sie pink statt blau leuchtete. Martin Shervington erzählte den Hochzeitsgästen, wie er Elisa kennen- und liebengelernt hatte und führte dazu auf einem großen Bildschirm Youtube-Clips und Musikstücke vor. Die brauchten allerdings sehr lange, um geladen zu werden.

Laut Tracy Clark-Flory von Vocativ unterschied sich die Zeremonie gar nicht so sehr von realen Hochzeiten, die ihre eigenen technischen und organisatorischen Hürden mit sich bringen. Einige waren jedoch unüberwindlich: Als sich das Brautpaar in der Virtual Reality küsste, rückten deren Avatare näher, berührten sich aber nicht.

Das geschah auch in der realen Welt nicht, in der sie VR-Brillen trugen und durch eine Wand getrennt waren. “Dieser perfekte Moment lässt sich in Virtual Reality nicht einfangen”, schreibt Clark-Flory.

Um ein Chaos zu vermeiden, wurden nur eine begrenzte Zahl Avatare in den virtuellen Raum gelassen. Dennoch hatten viele von ihnen keinen Platz in den Bänken und flitzten während der Zeremonie unkontrolliert durch den Raum. Clark-Flory passierte ein Missgeschick, als sie sich während des Eheversprechens unfreiwillig genau zwischen das Paar teleportierte.

“Die Linsen meiner VR-Brille beschlugen, so wie sie es immer taten, wenn ich das Headset über längere Zeit nutze. Statt die mir die Tränen der Rührung wegzuwischen, war ich regelmäßig damit beschäftigt, meine VR-Brille zu reinigen”, schreibt Clark-Flory.

| Featured Image: AltspaceVR | Source: Vocativ

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