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Entwickler: “Virtual Reality könnte dasselbe Schicksal ereilen wie Kinect”

von Tomislav Bezmalinovic7. April 2017

Raph Koster ist ein langjähriger Entwickler und Videospielheoretiker. Was Virtual Reality betrifft, ist er dem Lager der Skeptiker zuzurechnen. Die Zukunft des Mediums sieht er nicht im Gaming, sondern – wenn überhaupt – in anderen Bereichen der Industrie.

Koster zufolge haben Videospiele in den vergangenen Jahren eine ganze Reihe technischer Umwälzungen erlebt, die Spielentwickler zwangen, das Medium neu zu denken. Als Beispiel gibt Koster das Aufkommen von Smartphones und Facebook als Spieleplattform an. Virtual Reality sei für ihn hingegen keine vergleichbare technische Revolution: “Virtual Reality ist kein Neuanfang, sie zeigt uns eher, wohin die Reise geht. Virtual Reality ist sozusagen wie eine Playstation 8, sie beschreibt eine Evolution”, sagt Koster gegenüber Games Industry.

Dennoch sieht der Entwickler kurzfristig keine Zukunft für das Medium, da dieses einer Reihe von Einschränkungen unterliegt. Koster geht sogar so weit zu behaupten, dass Virtual Reality nichts hinreichend Neues biete, um eine Daseinsberechtigung zu haben. Als Beispiel gibt der Entwickler VR-Chats, womit er vermutlich an Anwendungen im Bereich Social-VR denkt, wie zum Beispiel “Altspace VR” oder “Rec Room”.

Über Gaming zu sinnvolleren Anwendungen

Kosters Argument ist, dass Menschen auf Entfernung auf so einfache Weise wie möglich kommunizieren wollen und meint damit textbasierte Kommunikation. Virtual Reality biete als Kommunikationsmedium nicht genug Mehrwert, um eine Anschaffung zu rechtfertigen. “Virtual Reality muss etwas bieten, was du auf keine andere Weise kriegen kannst”, sagt Koster und vergleicht das Medium mit Microsoft Kinect, das zwar einzigartige, neue Möglichkeiten bot, aber für die Masse an Menschen dennoch nicht interessant genug war, um sich durchzusetzen.

“Es wird Dinge geben, die du nur in Virtual Reality und nirgends sonst machen kannst. Aber wird es ein Publikum dafür geben? Ich weiß es nicht.” Koster räumt zwar ein, dass raumfüllende Virtual Reality einzigartige Erfahrungen ermögliche, die das Interesse der Menschen wecken, aber zu teuer sei und zu viel Raum beanspruche. VR-Systeme, mit denen man im Stehen oder Sitzen spiele, würden hingegen nichts radikal Neues bieten und bestehende Unterhaltungsangebote nur erweitern.

Deshalb kommt Koster zur Schlussfolgerung, dass Virtual Reality – wenn überhaupt – nur außerhalb des Gamings eine Zukunft habe: “Die Sache ist, dass es so einfach ist, sich ein konkretes, unbestreitbar sinnvolles Anwendungsszenario zu denken, das nichts mit Spielen zu tun hat.” Koster zufolge könnte die Spielentwicklung sogar dabei helfen, solche Szenarien aufzuspüren: “Wir spielen mit Virtual Reality und es könnte sich herausstellen, dass es langfristig kein tolles Spielzeug ist, aber durch das Spielen werden wir praktikable Anwendungen finden.”

| Source: Games Industry

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