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Epic Games zeigt Virtual-Reality-Editor für die Unreal Engine

von Matthias Bastian4. Februar 2016

Die Engine-Profis von Epic Games gehören zu den Vorreitern der virtuellen Realität. Epic-Boss Tim Sweeney ist dafür bekannt ein großer Verfechter von Virtual Reality und generell allen neuen virtuellen Technologien zu sein. Seine frei verfügbare Unreal Engine 4 gehört neben der Unity Engine zu den beliebtesten Entwicklungsumgebungen, um Virtual-Reality-Anwendungen umzusetzen. Sie bietet von Haus aus zahlreiche Features, die VR-Entwicklern das Leben einfacher machen sollen, unter anderem Unterstützung für die gängigsten VR-Brillen.

Nun gehen die Engine-Entwickler aber noch einen Schritt weiter: In naher Zukunft können VR-Entwickler virtuelle Umgebungen direkt in Virtual Reality gestalten. “Das ist nicht nur irgendein experimentelles Projekt, das ist der komplette Unreal Editor in Virtual Reality”, verkündet Epic-Chef Sweeney sichtlich stolz. “Das ist der Start einer echten Revolution. Jedes 3D-Werkzeug und jede App wird in VR verfügbar sein.” Im Video wird das neue Feature mit HTC Vive demonstriert. Dank der 3D-Controller kann der Designer in VR Objekte verschieben und gestalten. Wird eine herkömmliche Benutzeroberfläche wie zum Beispiel ein Dateibrowser benötigt, wird diese einfach als 2D-Display in der virtuellen Umgebung eingeblendet.

Schon vergangenen Herbst sprach Sweeney davon, dass er davon überzeugt sei, dass Tastatur und Maus ausgedient hätten: “Aktuell verändert man Polygone oder Objekte mit einer Maus. Die Maus ist ein 2D-Eingabegerät, die Welt ist aber 3D, das kann das menschliche Gehirn nicht optimal verarbeiten. In VR ändert sich das schlagartig, man kann einfach nach etwas greifen, es formen, auf die Oberflächen malen, so wie es ein echter Maler oder Bildhauer tun würde”, verriet er im Oktober 2015 dem Online-Magazin Re/Code. Im Kontext der neuen Ankündigung macht diese Aussage nun besonders viel Sinn.

Weitere News zur Virtual-Reality-Version des Unreal Editors gibt es auf der Game Developers Conference Mitte März. Dann soll auch das Erscheinungsdatum für die VR-Version der beliebten Engine verraten werden. Wir sind gespannt, ob sich die Arbeit direkt in Virtual Reality auch im Programmieralltag als nützliches Werkzeug herausstellt.

Das Konzept des virtuellen Unreal Editors erinnert an die Software “Quill” der Oculus Story Studios, die eigens für den dritten Virtual-Reality-Film “Dear Angelica” entwickelt wurde. Auch mit Quill können VR-Designer direkt in der virtuellen Welt ihre Arbeit erledigen, in diesem Fall werden Szenen des animierten Films in VR gezeichnet. Für den ersten VR-Film “Henry”, der zusammen mit Oculus Rift verkauft wird, nutzten die Oculus Story Studios übrigens noch die Unreal Engine 4.

| FEATURED IMAGE: Epic Games (Screenshot bei YouTube)