Google experimentiert mit Lichtfeldern, einer Kerntechnologie der Virtual Reality. Besitzer einer Oculus Rift, HTC Vive oder Windows-Brille können sich das Ergebnis mit einer kostenlosen VR-App anschauen. Google hat zwar keine Bewegtbilder eingefangen, was man zu sehen bekommt, ist aber dennoch beeindruckend.

Digility 2018

Für die Lichtfeldaufnahmen hat Google das mit GoPro entwickelte VR-Kamerarig Odyssey modifiziert: 16 GoPro-Kameras wurden in einem Bogen angeordnet und vertikal an einer rotierenden Platform befestigt. Für eine vollständige Drehung um die eigene Achse braucht das Kamerarig circa eine Minute und beschreibt dabei eine Kugel mit 70 Zentimeter Durchmesser.

Während sich die Vorrichtung dreht, fangen die Kameras Lichtstrahlen aus einer Vielzahl von Perspektiven ein. Aus diesen Informationen wird ein Lichtfeld berechnet, bei dem der Blickpunkt nicht mehr fix ist. Anders als bei herkömmlichen 360-Grad-Fotos kann der VR-Nutzer den Kopf innerhalb des Kugelradius in die Tiefe hinein bewegen, was in einem deutlich stärkeren Mittendrin-Gefühl resultiert.

GIF

Simulation von Augenkontakt

In der bei Steam erschienen VR-App Welcome to Lightfields führt Google das Ergebnis anhand zahlreicher Beispiele vor. VR-Nutzer können eine zehnminütige, geführte Tour starten oder gleich die Galerie betreten. Die Lichtfeldfotos zeigen unter anderem das Innere des Gamble House und Mosaic Tile House in Kalifornien und das Cockpit der Raumfähre Discovery im National Air and Space Museum in Washington D.C.

Google nahm neben Räumen auch Menschen auf und experimentiert in der VR-App mit simuliertem Augenkontakt. Die abgebildeten Personen folgen dem VR-Nutzer mit den Augen, anstatt nur starr geradeaus zu schauen. Im Test funktioniert das erstaunlich gut: Man hat tatsächlich das Gefühl, dass einen die fotografierten Personen zurück beobachten.

Erste Lichtfeldvideos für 2018 angekündigt

Was Google als nächstes vorhat, ist nicht bekannt. Naheliegend wäre die Weiterentwicklung der Technologie zu einer benutzerfreundlicheren Version ähnlich Google Jump oder zu einem Kamerarig, das Lichtfeldvideos aufzeichnet. An solchen Kameras arbeiten Unternehmen wie Lytro und Insta360. Da Bewegtbilder eingefangen werden, ist die Technologie weitaus komplexer.

Eines der großen Probleme solcher Aufnahmen: Die anfallenden Datenmengen sind gigantisch. Lytro spricht von 500 Gigabyte pro Minute. Daher gibt es für VR-Nutzer bisher nur sehr wenige Möglichkeiten, Lichtfeldtechnologie selbst zu erleben. Lytro hat für das erste Quartal eine erste Demo angekündigt, die für alle gängigen VR-Plattformen erscheinen soll. Die VR-Streamingplattform NextVR verspricht ebenfalls für dieses Jahr erste Lichtfeldvideos.

Welcome to Lightfields ist kostenlos bei Steam erhältlich und unterstützt HTC Vive, Oculus Rift und Windows-Brillen.

| Featured Image and Source: Google

Tagesaktuelle und redaktionell ausgewählte Tech- und VR-Deals: Zur Übersicht
VRODO-Podcast #109: Magic Leap im Test und VR-Hype-Zyklus | Alle Folgen anhören


Unsere Artikel enthalten vereinzelt sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über einen dieser Links erhalten wir eine kleine Provision. Der Kaufpreis bleibt gleich.