Die Datenbrille Focals ist kaum von einer normalen Brille zu unterscheiden. Sie verbindet sich per Bluetooth mit dem Smartphone und zeigt wichtige Informationen im Sichtfeld an, ohne dass man das Telefon aus der Hosentasche kramen muss. Zwei Techmagazine haben die Brille ausprobiert und berichten Positives.

Die Focals sollen die erste Datenbrille für den Alltagsgebrauch werden, ohne Nerd-Look und aufdringliche Kamera.

Von vorne erkenne man nicht, dass es sich um eine smarte Brille handelt, schreibt The Verge. Nur ein kleiner Fleck auf dem rechten Brillenglas gebe die Datenbrille als solche zu erkennen.

Die Spezialbeschichtung reflektiert das Licht des Projektors und leitet es in die Retina, ähnlich wie bei Intels eingestampfter Vaunt-Datenbrille. Dadurch erscheint die digitale Projektion stets scharf.

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Der Projektor ist im rechten Brillenbügel untergebracht. BILD: Amelia Holowaty Krales / The Verge

Digital Trends schreibt, dass der Projektor und die beiden recht dicken Bügel durchaus ins Auge fallen. Dennoch sei die Datenbrille sehr viel unauffälliger als Google Glass. Erst aus der Nähe sei der smarte Charakter der Brille zu erkennen.

Individuelle Anpassung erfordert 3D-Gesichtsscan

Die Datenbrille muss an jeden Träger individuell angepasst werden. Dies ist zurzeit nur in den zwei Niederlassungen des Herstellers in Toronto und New York möglich.

Das Anpassungsprozedere ist aufwendig und erfordert einen 3D-Scan des Gesichts, der vor Ort mittels 16 Kameras angefertigt wird (siehe Bild unten). Nur so ist sichergestellt, dass das Display später korrekt ausgerichtet ist und die Brillenträger die digital eingeblendete Information sehen.

Die Brille wird nach der Anpassung in einer Fabrik in Kanada hergestellt und kann anschließend in einem der beiden Läden ausprobiert und bei korrekt ausgerichtetem Display sofort mitgenommen werden.

Der Preis beträgt 1.000 US-Dollar inklusive Korrekturgläser. Für Nutzer mit starker Dioptrie sind die Focals nicht geeignet, sie können zur Not Kontaktlinsen tragen.

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Jede Brille muss individuell angepasst werden. BILD: Ashley Carman

Unaufdringliches Display

Die digital eingeblendete Information ist bewusst unaufdringlich gehalten: The Verge spricht von einem 15 Grad großen Anzeigebereich, der mit 300 mal 300 Bildpunkten auflöst.

Die Datenbrille verbindet sich per Bluetooth mit dem Smartphone und zeigt Mitteilungen, Kalenderbenachrichtigungen, Wettervorhersagen und Navigationshilfen im Sichtfeld an. Das Interface sei farbenfroh mit einfachen Animationen, die gut aussehen, schreibt The Verge.

Einblendungen verschwinden nach einigen Sekunden wieder. Mit der Smartphone-App kann man einstellen, welche Benachrichtigungen angezeigt werden sollen.

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Ein positives Fazit

Bedient wird das Interface mit einem Fingerring aus Plastik. Er sei wuchtig und sehe nicht besonders schön aus, schreibt The Verge. Er habe jedoch den Vorteil, dass man nicht an der Brille herumfummeln oder wild in der Luft gestikulieren muss.

Der Ring hat einen kleinen Joystick, mit dem man die Menüs bedienen, ein Uber-Fahrzeug bestellen oder Amazons Alexa aufrufen kann. Die KI-Assistentin antwortet über den in der Brille verbauten Lautsprecher.

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Dieses Bild zeigt, dass die Bügel noch recht dick sind. BILD: North

The Verge mochte die Nutzererfahrung trotz gelegentlicher Alexa-Aussetzer und Plastikring: “Es ist die beste AR-Demo, die ich je hatte.”

Digital Trends lobt den Tragekomfort, der sich nicht von einer herkömmlichen Brille unterscheide. Wenn man in der Brille Nachrichten liest, falle das Mitmenschen kaum auf. Der Redakteur stört sich wie The Verge an dem wuchtigen Steuerungsring.

Die ersten Brillen sollen Ende des Jahres ausgeliefert werden. Mehr Informationen zu den Focals stehen in diesem Artikel.

| Featured Image: Ashley Carman / The Verge | Source: The Verge / Digital Trends

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