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Experiment: Brite fliegt mit Virtual-Reality-Brille im Gesicht

von Tomislav Bezmalinovic8. Juni 2017

VR-Marathons, bei denen man auf dem Sofa sitzt und sich VR-Inhalte reinzieht, sind Schnee von gestern. Dean Johnson ließ sich während seines 48-stündigen Trips in die Virtual Reality tätowieren, fuhr Go-Kart und flog auf der Tragfläche einer Flugzeugs. Nach eigenen Aussagen hat er das Experiment unbeschadet überstanden.

Johnson, der die Innovationsabteilung der PR-Agentur Brandwidth leitet, war bei seinem Selbstversuch nicht allein: Die Medienwissenschaftler Sarah Jones von der Coventry University entschied sich, ihn auf seiner zweitägigen Reise in die Virtual Reality zu begleiten. Wer jetzt glaubt, dass die Aktion wissenschaftlichen Zwecken dient, täuscht sich.

Johnson und Jones ging es darum, für Virtual Reality zu werben. Hierfür luden die beiden Briten Hersteller von VR-Brillen ein, sich an dem Experiment zu beteiligen. Die wollten jedoch nichts mit dem gewagten Selbstversuch zu tun haben und lehnten allesamt ab. “Sie glaubten, dass wir sterben würden”, scherzt Johnson gegenüber Engadget.

Die Welt durch eine Kamera sehen

Auf der Tragfläche des Flugzeugs nutzten Johnson und Jones keinen Flugsimulator, sondern schauten durch die Pass-Through-Kamera von Samsung Gear VR in die reale Welt. Die hatten sie allerdings nur verschwommen wahrgenommen. Johnson bereut im Nachhinein, dass er nicht eine Drachenrittsimulation ausprobiert hat.

Für die Go-Kart-Fahrt nutzten die beiden ebenfalls die Pass-Through-Kamera, was sehr gut funktionierte: “Es ist unglaublich, wie unser Gehirne die verminderte Sicht ausglichen und wie wir uns daran gewöhnten, die Welt auf diese Weise zu sehen”, sagt Johnson. “Wir fuhren ziemlich schnell, ohne irgendwo reinzuprallen und das trotz reduzierter Sicht.”

Reduziertes Schmerzempfinden

Bei einem weiteren Experiment ließ sich Johnson ein Apple-Tattoo in den Unterarm stechen und spielte dabei Gunjack auf Samsung Gear VR. Johnson wollte herausfinden, ob diese Zerstreuung hilft, das Schmerzempfinden zu senken. “Auf einer Skala von 1 bis 10, lag der Schmerz ohne VR-Brille bei 1o. Mit VR-Brille lag er bei 6 oder 7”, bezeugt Johnson.

Um sich trotz VR-Brille im Gesicht mit anderen Menschen zu treffen, loggten sich die Briten in Facebook Spaces oder eine andere Social-VR-Apps ein. Am ungewöhnlichsten war für die beiden, mit der VR-Brille im Gesicht zu schlafen. “Wenn du in der Virtual Reality erwachst, dann glaubst du einfach alles”, sagt Johnson. Selbst an Dinosaurier und Raumschiffe.

Kein Realitätsverlust

Obwohl der PR-Spezialist und die Medienwissenschaftlerin so ziemlich jede Sicherheitsregel für Virtual Reality gebrochen haben, sind sie relativ unbeschadet aus der virtuellen in die reale Welt zurückgekehrt. Johnson sagt, dass seine Sicht für ein paar Tage verschwommen und seine Nase gequetscht gewesen sei

Jones’ Wangen seien noch lange vom Tragen der VR-Brille gerötet gewesen. Die Hauptgefahr ging nicht von einem Realitätsverlust aus, sondern davon, dass die VR-Brillen nach so langer Zeit sehr unbequem wurden, meint Johnson. “Physisch gesehen sind wir froh, da raus zu sein,” sagt er abschließend.

| Featured Image: Dean Johnson | Source: Engadget

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