Eye-Tracking wird aller Voraussicht nach ein wichtiges Bauteil für die zweite Generation Oculus-Rift-Brille und ähnliche Geräte. Werden Nutzer Facebook die wertvollen Blickdaten anvertrauen? Das Unternehmen verspricht jedenfalls vorab den Schutz der Privatsphäre.

Eye-Tracking – die millimetergenaue Erfassung von Pupillenbewegungen – ist für VR- oder AR-Brillen eine Kerntechnologie. Wenn Entwickler wissen, welchen Punkt der Nutzer fokussiert, schafft das viele Vorteile bei der Programmierung und für das App-Design.

In virtuellen Welten könnte man mit anderen Avataren Blickkontakt aufnehmen – ein wichtiger Bestandteil zwischenmenschlicher Kommunikation. Sowohl bei VR als auch AR dient die Blickerfassung außerdem der Interaktion: Das Interface der Zukunft lässt sich nur mit Blicken steuern.

Den größten Nutzen könnte Eye-Tracking bei Renderverfahren stiften, die nur den Fokuspunkt des Nutzers mit hoher Auflösung und allen Details anzeigen. Das setzt viel Rechenleistung frei und ermöglicht so grafisch anspruchsvollere VR-Welten oder AR-Objekte.

Kurz gesagt: Verbraucher werden darauf achten, dass ihre nächste VR- oder AR-Brille hochwertiges Eye-Tracking bietet.

Facebook will Eye-Tracking mit Privatsphäre im Hinterkopf entwickeln

Die Sache hat jedoch einen Haken: Abhängig davon, wie die Blickdaten verwertet werden, ist Eye-Tracking ein massiver Eingriff in die Privatsphäre.

Als Facebook-Chef Marc Zuckerberg Anfang April vor dem US-Senat gegrillt wurde, fragte einer der Senatoren daher gezielt nach dem geplanten Einsatz von Eye-Tracking-Technologie.

Der Senator bezog sich bei seiner Frage auf ein Facebook-Patent zur automatischen Kalibrierung eines Eye-Tracking-Systems während der Nutzung einer Brillentechnologie.

Zuckerberg beantwortete die Frage damals nicht, versprach aber eine nachgelagerte Reaktion.

Facebook verspricht Datentransparenz

Jetzt publiziert der US-Senat Facebooks Antwortschreiben. In diesem heißt es, dass derzeit keine Eye-Tracking-Technologie für die Identifikation einzelner Personen in Entwicklung sei.

Man erforsche jedoch das Potenzial von Eye-Tracking für Oculus-Plattformen, um das Nutzererlebnis zu verbessern und Sicherheitsfunktionen anzubieten.

Sollte Eye-Tracking in der Zukunft den Weg ins Produkt finden, schreibt Facebook, dann geschehe dies “absolut mit der Privatsphäre der Nutzer im Hinterkopf”. Facebook verweist in diesem Kontext darauf, dass Bewegungsdaten der Oculus-Brille nur anonymisiert verarbeitet würden.

“Bei der Weiterentwicklung unserer Virtual-Reality-Produkte und -Services legen wir großen Wert darauf, transparent vorzugehen und offenzulegen, welche Informationen wir sammeln und verwerten”, heißt es im Schreiben.

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