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Eye-Tracking integriert: StarVR misst Augenbewegungen

von Carolin Albrand23. September 2015

Wie heißt es so schön: Ein Blick sagt manchmal mehr als tausend Worte. Ein guter Grund für das Unternehmen Starbreeze die VR-Brille StarVR mit Eye-Tracking zu erweitern. Mit Eye-Tracking können Augenbewegungen erfasst und in die virtuelle Realität übertragen werden. Die StarVR-Brille glänzt außerdem mit einem extra großes Sichtfeld von 210 Grad und einer hohen Auflösung von 5K. Durch die Erweiterung mit Eye-Tracking ist StarVR einer der technisch anspruchsvollsten VR-Prototypen.

Interaktion durch Blicke

Eye-Tracking für Virtual Reality klingt im ersten Moment wie ein kleines technisches Detail, schafft aber eine ganze Reihe an neuen Möglichkeiten. Beispielsweise kann man nun mit virtuellen (oder auch realen) Charakteren im virtuellen Raum Blickkontakt aufnehmen. Das schafft Intimität und Nähe, macht die Erfahrung insgesamt deutlich glaubwürdiger und fördert die Empathie. Kein anderes Medium außer Virtual Reality ermöglicht eine Interaktion allein über den Austausch von Blicken.

Aber auch die virtuelle Umgebung an sich kann realistischer dargestellt werden. In der Realität sehen wir nur in einem sehr kleinen Bereich scharf – die Ränder unseres Sichtfelds nehmen wir nur unscharf wahr. Durch Eye-Tracking lässt sich dieser Effekt exakt in Virtual Reality übertragen. Ein positiver Nebeneffekt: Wird die Peripherie des Sichtfelds in einer geringeren Auflösung berechnet kann außerdem Rechenleistung gespart werden.

Auch der Tiefenschärfe-Effekt kann mit Eye-Tracking realistischer umgesetzt werden. Entwickler sind in der Lage über die Augenbewegung den Punkt zu berechnen, der fokussiert, also scharf gesehen wird. Andere Elemente werden anschließend an den Rand des Fokus geschoben. Dieses Prinzip wird beispielsweise auch in der Poträtfotografie angewandt: Eine Person steht im Vordergrund, während der Hintergrund nur verschwommen abgebildet wird (“Bokeh”).

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Außerdem ermöglicht Eye-Tracking neue Steuerungen für virtuelle Anwendungen. Ohne Controller sind Nutzer bislang auf Tastatur und Maus oder auf Gestensteuerungen angewiesen. Zukünftig könnte über Blicke Menüpunkte angewählt oder Spielfiguren gesteuert werden. Kurzer Sci-Fi-Exkurs: Im Film “Iron Man” spielen die Filmemacher mit einem fiktiven Interface, das es dem Helden Tony Stark ermöglicht nur über sein Blicke mit seinem Computersystem zu interagieren. Vielleicht sitzen wir in wenigen Jahren genauso vor dem Arbeitsrechner und schonen so den Mausarm.

StarVR: Konkurrenz für FOVE

Bislang setzte nur FOVE auf Eye-Tracking. Die VR-Brille zeichnet über Infrarotkameras neben den Linsen die Augenbewegungen auf. Dank diesem speziellen Feature konnte sich FOVE deutlich vom Wettbewerb absetzen und sammelte in kürzester Zeit rund eine halbe Million US-Dollar bei Kickstarter ein – doppelt soviel wie die Gründer ursprünglich einplanten.  Aber auch andere Unternehmen wie Oculus, HTC und Valve oder Sony dürften über kurz oder lang die neue Technologie in ihre VR-Brillen integrieren, denn allein die Möglichkeit Blickkontakte im virtuellen Raum auszutauschen erweitert die Möglichkeiten von Virtual Reality enorm. Auf Nachfrage äußerte ein Sprecher von Oculus, dass das Unternehmen prinzipiell jede technische Neuerung testen würde.

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| SOURCE: UploadVR
| IMAGE TITLE: Starbreeze