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Facebook 360-Videos: Setting schlägt Story, Desktop die VR-Brille

von Matthias Bastian12. Mai 2016

Facebook veröffentlicht die Top 10 der beliebtesten 360-Videos. Die Liste zeigt, dass die immersiven Videos primär ein Desktop-Medium sind.

360-Videos scheinen relativ erfolgreich zu sein und können sich langsam aber sicher eine kleine Marktnische erobern. Die immersiven Videos sind ein Zwittermedium, eine Brückenlösung, die Virtual Reality für die Masse begreifbar machen kann, ohne wirklich Virtual Reality zu sein. Davon profitiert die ganze VR-Branche, denn allein als neues Interface für Spiele hätten VR-Brillen wohl kaum derart viele Menschen aus ganz unterschiedlichen Bereichen in so kurzer Zeit für die eigene Sache begeistern können. Die aktuellen 360-Produktionen sind auch deshalb wichtig, weil nur auf Basis der jetzt gemachten Erfahrungen zukünftige VR-Videoformate und neue Kameratechnologien entwickelt werden können.

Die Facebook Top 10 der beliebtesten 360-Videos zeigt aber auch, dass der mit Abstand größte Teil der 360-Videos noch klassisch am Bildschirm und nicht durch die VR-Brille angesehen wird. Nicht anders sind die teils enorm hohen Abrufzahlen von bis zu 18 Millionen Zuschauern zu erklären. Es sind nicht ansatzweise genug VR-Brillen auf dem Markt, um derart hohe Klickraten zu produzieren. Cardboard inkludiert sind maximal rund sechs Millionen der Geräte im Umlauf.

Interessant ist auch die Themensetzung der beliebtesten 360-Videos. Unter den zehn Videos ist nicht eines, das sich ernsthaft daran versucht, eine Geschichte im klassischen Sinne zu erzählen. Stattdessen dreht sich alles um Momente und Erfahrungen: Ein Einlauf ins Fußballstadion, der Times Square im Winter, ein Helikopterflug über den Vulkan. Situationen, die man in der Realität nur in Ausnahmefällen erleben kann, sind besonders reizvoll in 360-Grad. Die Videos sind gespeicherte Erinnerungen, sie ähneln eher bewegten Fotografien und sind die Vorstufe eines völlig neuen Mediums, das mit herkömmlichen Videos und Filmen und den dort verwendeten Storytelling-Konzepten nicht mehr viel gemein hat.

| Source: Facebook | Featured Image: Facebook