Update vom 22. Mai:

Oculus’ Privatsphäre-Übersicht ist ab sofort über die Account-Einstellungen der offiziellen Webseite zugänglich. Nutzer können dort unter anderem einige der bislang angesammelten Daten einsehen (siehe Artikel unten) und diese herunterladen. Bewegungsdaten sind nicht enthalten. Weitere Informationen stehen hier.

Ursprünglicher Artikel vom 19. April 2018:

Facebook Datenschutz: VR-Tochter Oculus will keine personenbezogenen Bewegungsdaten auswerten

Im Zuge der neuen EU-Datenschutz-Grundverordnung ermöglicht Oculus ab Ende Mai einen transparenteren Umgang mit Nutzerdaten. Die Facebook-Tochter verspricht außerdem, dass Bewegungsdaten nur anonymisiert erhoben werden.

Ab dem 20. Mai gewährt Oculus auf der Web-Plattform “My Privacy Center” den eigenen Nutzern Einblick in jene Daten, die sie mit der Facebook-Tochter teilen. Die Plattform ist eine Reaktion auf das neue EU-Datenschutzgesetz, das Nutzern diese Möglichkeit zur Dateneinsicht samt Löschung grundlegend zuspricht. Oculus bietet die Plattform weltweit an.

Auf der Plattform werden nicht sämtliche Daten einsehbar sein: Es fehlen bereits anonymisierte Bewegungs- und Positionsinformationen, die nicht mit dem Nutzer-Konto verknüpft sind, lokal gespeicherte Daten, Finanzdaten wie die Nummer der Kreditkarte und urheberrechtliche Informationen.

Einsehbar sind hingegen Name, E-Mail-Adresse und Telefonnummer sowie Informationen über Personen, Inhalte und Erfahrungen, mit denen Nutzer sich “verbinden und interagieren” und Hardware-Daten.

Wird ein Oculus-Konto gelöscht, werden die mit ihm verbundenen Daten innerhalb von 90 Tagen von den Servern entfernt. Ausgenommen sind Daten wie beispielsweise Steuerinformationen, die aufbewahrt werden müssen, um “lokalen Gesetzen und Vorschriften auf der ganzen Welt zu entsprechen.”

Keine personalisierten Bewegungsdaten

Die wichtigste Aussage seitens Oculus ist, dass Bewegungsdaten der Nutzer zwar ausgewertet werden, “um VR-Anwendungen zum Laufen zu bringen”. Gespeichert werden sollen diese Daten allerdings nur anonymisiert. Sie könnten somit nicht verwendet werden, um beispielsweise in Kombination mit Facebook-Daten noch detailliertere Personenprofile zu entwerfen.

Die Körpergröße wird laut Oculus sogar nur lokal abgelegt und kommt mit keinem Facebook-Server in Kontakt. Laut Max Cohen, verantwortlich für die Produktentwicklung der Oculus Plattform, sind VR-Bewegungsdaten auf einem Niveau mit Tastatureingaben oder Mausbewegungen zu sehen.

Entwickler haben laut Oculus Zugriff auf Bewegungsdaten in Echtzeit, auf Spielraumgrößen sowie auf soziale Verbindungen in der Freundesliste. Oculus verspricht “klare Bedingungen”, wie diese personenbezogenen Daten verwendet werden dürfen. Bei Facebooks jüngstem Datenskandal nutzte der Drittanbieter Cambridge Analytica zu laxe Regelungen im Umgang mit personenbezogenen Daten, um an viele Millionen Datensätze zu gelangen und zu Geld zu machen.

“Wir überprüfen unsere Systeme regelmäßig, um festzustellen, ob es Beweise für missbräuchliche Aktivitäten auf unserer Plattform gibt und ergreifen entsprechende Maßnahmen”, heißt es in einem Oculus-Statement.

Für Facebooks Social-VR-App Spaces gelten andere Regeln

Laut Oculus werden zwar “begrenzte Daten” mit der Facebook-Plattform geteilt, “um Erfahrungen innerhalb und außerhalb von VR zu verbessern” – allerdings nicht, um personalisierte Anzeigen zu schalten.

Wer allerdings seinen Oculus- mit dem Facebook-Account verknüpft, könne beispielsweise im Oculus Store Produktempfehlungen basierend auf Facebook-Interessen bekommen. Und wer sich bei Oculus flegelhaft aufführt und verbannt wird, könnte auch bei Facebook ausgeschlossen werden.

Die Social-App Spaces wird bei Facebook direkt entwickelt und fällt entsprechend unter die Datenschutzbestimmungen des sozialen Netzes und nicht unter die VR-spezifischen Regelungen der Oculus-Tochter. Was das konkret bedeutet, bleibt abzuwarten. Allerdings wird jetzt deutlich, weshalb Facebook die Entwicklung von Spaces ausgelagert haben könnte.

Ebenfalls interessant: Die Oculus-Geschäftsbedingungen berücksichtigen zukünftig neben VR-Brillen auch Augmented-Reality-Produkte. Auf Facebooks Entwicklerkonferenz im April 2017 sprach Oculus-Technikchef Michael Abrash ausführlich über Potenziale und Hindernisse fortschrittlicher Augmented Reality.

Weiterlesen über Virtual-Reality-Datenschutz:


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