Vor wenigen Wochen kündigten Oculus-Manager ein wichtiges Ereignis für Facebooks Entwicklerkonferenz F8 an. Sogar das wichtigste der Unternehmensgeschichte soll es werden. Am Dienstagabend ist es soweit: Was wird wahrscheinlich und was eher nicht passieren?

Dass Oculus Go auf Facebooks F8-Event kommende Woche Dienstag ein Thema wird, ist sicher. Laut eines Berichts kommt die Go-Brille sogar unmittelbar nach der Veranstaltung auf den Markt. Und die Entwickler vor Ort dürfen die autarke VR-Brille wohl direkt mit nach Hause nehmen.

Ist Oculus Go schon die große Ankündigung, die Facebooks VR- und AR-Vizepräsident Andrew Bosworth vor wenigen Wochen versprach – oder kommt noch mehr? Wir erinnern uns:

Potenzial gäbe es …

Facebook hätte neben Oculus Go durchaus noch offene VR- und AR-Themen. Da wären beispielsweise die volumetrischen Kameras, die letztes Jahr mit viel Tamtam vorgestellt und in den Folgemonaten nicht mehr erwähnt geschweige denn demonstriert wurden.

Ganz sicher wird es Neuigkeiten zur Social-VR-App Facebook Spaces geben sowie zum 360-Streaming-Service Venues. Der wurde im vergangenen Herbst auf der Oculus-Konferenz Connect vorgestellt: Bis zu 1.000 VR-Brillenträger können gemeinsam Live-Übertragungen von Konzerten oder Sportveranstaltungen ansehen.

Venues ist wie gemacht für die neue Go-Brille und könnte von Facebook als Killer-Video-App vermarktet werden. Die Streaming-Plattform könnte eine entscheidende Rolle in Facebooks VR-Strategie spielen, mit der das soziale Netz über kurz oder eher lang eine Milliarde Menschen in die Virtual Reality locken will.

Sicher keine Rolle spielen werden am Dienstagabend die Santa Cruz Prototyp-Brille sowie Oculus Rift 2. Beide Geräte würden dem Hype um Oculus Go den Wind aus den Segeln nehmen. Außerdem sind sie noch lange nicht marktreif.

Zu Oculus Rift 2 wird es wohl frühestens auf der Oculus Connect im kommenden Herbst handfeste Informationen geben. Der Marktstart ist ohnehin nicht vor 2019 geplant.

Erneuter Fokus auf Augmented Reality?

Facebooks VR-Highlight auf der F8 ist ziemlich sicher Oculus Go. Gibt es vielleicht bei Augmented Reality eine Überraschung?

Schon beim letzten F8-Event hatte AR die Nase vor VR: Oculus-Technikchef Michael Abrash hielt einen visionären Vortrag über die Zukunft der erweiterten Realität. Und Zuckerberg stellte die Smartphone-AR-Plattform Camera Effects vor, die seit Dezember 2017 an Fahrt gewinnt.

Wäre da nicht eine AR-Brille der nächste logische Schritt? Irgendwie schon. Dennoch ist es sehr unwahrscheinlich, dass Zuckerberg am Dienstagabend eine Zukunftsbrille aus der Innentasche seines Sakkos nästelt. Und das nicht nur, weil er ohnehin ein graues T-Shirt tragen wird.

Der Facebook-Chef räumte schon im letzten Jahr ein, dass eine AR-Brille geformt nach seinen Wunschvorstellungen noch lange nicht gebaut werden kann. Die dafür notwendige Technologie wurde noch gar nicht erfunden.

Keine Zukunftsbrille, aber vielleicht ein Magic-Leap-Konkurrent?

Womöglich zeigt Facebook dennoch eine Magic-Leap- oder Hololens-Konkurrenzbrille. Und sei es nur, um ähnlich wie bei Virtual Reality von Anfang an dabei zu sein und eine Marke zu etablieren.

Ausgeschlossen ist das nicht, denn Oculus forscht schon seit einiger Zeit ebenso intensiv an Augmented wie an Virtual Reality. Irgendwann wird die Facebook-Abteilung die Ergebnisse dieser Arbeit präsentieren wollen. Vielleicht ist dieser Zeitpunkt nächste Woche schon gekommen.

Ganz sicher ist, dass Facebook weiter in Smartphone-AR investieren wird. Nach dem Vorbild von Snapchat könnte das soziale Netz AR-Filter und -Spiele mit Geldverdienmöglickeit vorstellen. Das würde Entwickler freuen.

Ein cleverer Schachzug könnte es sein, wenn Facebook ein Augmented-Reality-Spiel im Pokémon-Go-Stil vorstellt. Das soziale Netz hätte die Marktmacht, um so eine Spiele-App über die warmen Sommermonate in den Markt zu drücken.

Mit der ließe sich Geld verdienen und – noch wichtiger – das soziale Netz könnte Umgebungsdaten gewinnen. Denn wenn Facebook es ernst meint mit der AR-Marktführerschaft, dann muss das Unternehmen schon jetzt in den Aufbau der Augmented-Reality-Cloud investieren. Ein erfolgreiches AR-Spiel wäre eine gute Grundlage – Pokémon-Go-Erfinder Niantic macht es vor.


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