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Facebook-Forscher zeigen ultrahochauflösendes Panorama

von Tomislav Bezmalinovic9. Oktober 2017

Computernutzer sind sich gewohnt, in digitale Bilder zu zoomen. Doch wie vergrößert man ein 360-Grad-Bild unter der VR-Brille, ohne dass einem flau im Magen wird? Facebook-Forscher stellen drei Methoden für virtuelles Zoomen vor.

Aktuelle 360-Grad-Bilder haben eine zu geringe Auflösung, als dass man nach einer Zoom-Funktion verlangen würde. Mit einer Weiterentwicklung der Technologie könnte sich das jedoch ändern.

Die Facebook-Forscher Huiwen Chang und Michael Cohen zeigen in einem Youtube-Video ein ultrahochauflösendes Panorama, auf dem Passanten selbst in mehreren hundert Metern Entfernung noch gut zu erkennen sind.

Laut den Forschern kann Nutzern beim Heranzoomen schlecht werden, da sich das Sichtfeld verkleinert. Außerdem verliere man dabei die Gesamtübersicht, was eine Navigation im Bild erschwert. Um diese Probleme zu lösen, haben die Wissenschaftler drei automatisierte Zoomingmethoden entwickelt.

Ein virtuelles Fernrohr

Im ersten Modus wird in der Mitte des Sichtfelds ein Kreis angezeigt, in dem der dahinterliegende Bereich vergrößert dargestellt wird. Damit simulieren die Forscher ein virtuelles Fernrohr.

Da die Vergrößerung nicht mehr das gesamte Sichtfeld einnimmt, kommt beim Betrachter keine Übelkeit auf. Ein weiterer Vorteil dieser Methode ist, dass man an den Rändernd des Sichtfelds die nicht vergrößerte Landschaft sieht. Auf diese Weise bleibt der bildliche Gesamtkontext erhalten, sodass man nicht die Übersicht verliert.

Ein Nachteil dieser Methode ist, dass der Kreis einen relativ großen Bereich des Sichtfelds einnimmt und damit das Refokussieren auf andere Bereiche des Bilds erschwert.

Reine Blicksteuerung

Ein zweiter Modus löst dieses Problem, indem er den Kreis automatisch ausblendet, sobald man den Kopf bewegt, um einen neuen Bildbereich in den Blick zu nehmen. Hält man den Kopf still, wird der Kreis wieder eingeblendet. Ein Fadenkreuz hilft zusätzlich, Bilddetails anzupeilen.

Der dritte und letzte Modus macht sich ebenfalls Kopfbewegungen zunutze. Bei diesem wird der Kreis nicht ausgeblendet. Stattdessen wird der im Kreis gezeigte Bildbereich verkleinert oder vergrößert, je nachdem, wie schnell man den Kopf bewegt. Dreht man den Kopf, wird herausgezoomt, hält man ihn still, wird hereingezoomt.

Noch angenehmer wäre es, wenn der Nutzer per Knopfdruck herein- und herauszoomen könnte. Die Forscher wollten jedoch ein System entwickeln, dass nur mit dem Blick gesteuert wird und keines zusätzlichen Eingabegeräts bedarf.

Probanden sollen bei Versuchen zu gleichen Teilen den zweiten und dritten Modus bevorzugen, sagen die Forscher. Wer sich die Forschungsarbeit durchlesen möchte, findet sie hier.

| Featured Image and Source: UIST / Facebook

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