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Facebook kauft Schweizer Computer-Vision-Unternehmen Zurich Eye

von Tomislav Bezmalinovic16. November 2016

Die Handelszeitung berichtet, dass Facebook das Unternehmen Zurich Eye übernommen hat, das sich auf das maschinelle Sehen spezialisiert. Das zehnköpfige Team arbeitet ab sofort offiziell für Oculus VR. Das Motto des Unternehmens: Wir bringen Maschinen das Sehen bei.

Das Unternehmen Zurich Eye besteht aus zehn Forschern, die vornehmlich an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) und der Universität Zürich ausgebildet wurden. Auf der Internetseite des Unternehmens heißt es: “Zurich Eye ermöglicht Maschinen, sich autonom in jedem Raum zu bewegen. Mit unserer Hard- und Software können Roboter, die durch Innenräume, städtische Gebiete und Landschaften navigieren, verlässlich und subzentimetergenau im Raum verortet werden.”

Facebook-Sprecherin Tina Kulow bestätigte gegenüber der Handelszeitung, dass Zurich Eye für Oculus VR an Projekten arbeiten wird, die maschinelles Sehen voraussetzen. Zudem wurde bekannt, dass die Schweizer Facebook-Niederlassung in Vernier in Zukunft mehr Geld für Forschung erhalten wird. Das Aktienkapital soll auf zwei Millionen Franken erhöht worden sein. Außerdem wird ein neues Büro eröffnet.

Woran wird Zurich Eye arbeiten?

Die sogenannte Computer Vision ist eine Kerntechnologie sowohl für Virtual als auch Augmented Reality. Oculus VR arbeitet derzeit an einer autarken VR-Brille. Der Prototyp, der auf den Namen Santa Cruz hört und auf der Oculus Connect erstmals vorgestellt wurde, hat alle nötigen Komponenten verbaut und kommt ohne externes Zuspielgerät aus.

In der Brille sind zudem Sensoren untergebracht, die die Umgebung vermessen und so die Positionserkennung im Raum ohne externes Trackingsystem ermöglichen. HTC Vive und Oculus Rift sind für das Tracking des Nutzers auf Zusatzhardware angewiesen, die im Raum positioniert und verkabelt werden muss.

Die Forscher von Zurich Eye werden wohl daran arbeiten, das neue Trackingverfahren zu optimieren. Beispielsweise kann die Präzision verbessert werden, der Energieverbrauch und die Stabilität bei schwierigen Lichtbedingungen.

Ein anderes Einsatzgebiet ist die Augmented Reality, die noch stärker darauf angewiesen ist, dass die Brille die Umgebung sieht und versteht. Nur dann kann der integrierte Computer digitale Objekte und die reale Welt glaubhaft miteinander vermischen. Microsofts Hololens hat eigens einen Chip und 3D-Kameras für das maschinelle Sehen integriert. Die gleiche Technologie wird auch in den VR-Brillen für Windows verbaut, die Microsoft gemeinsam mit Partnern im Frühjahr auf den Markt bringt.

Wir berichteten Ende Oktober, dass Oculus VR eine Stelle für einen Teamleiter für Augmented Reality ausgeschrieben hat. Dieser soll ein Team von Ingenieuren, Programmierern und Forschern aufbauen, um eine “AR-Technologie zu entwerfen, die von Milliarden Menschen im Alltag genutzt wird.” Offensichtlich arbeitet Oculus VR an einer Augmented-Reality-Brille, die zweifelsohne auf fortschrittliche Computer-Vision-Technologie angewiesen ist.

| Via: UploadVR