Für die nächste Generation Mensch-Computer-Schnittstelle sind unkomplizierte und günstige Erfassungstechnologien eine wichtige Grundlage. Facebook zeigt, was Künstliche Intelligenz in Verbindung mit einer herkömmlichen Smartphone-Kamera leisten kann.

Facebook beschäftigt ein eigene Forschergruppe, die herkömmliche Kameratechnologie mit Künstlicher Intelligenz erweitert. Im Kern geht es dabei um maschinelles Sehen, also den Versuch, den Computer unsere Welt ähnlich sehen zu lassen wie es der Mensch kann.

Ein Ergebnis dieser Forschung sind die digitalen Gesichtsmasken in Facebooks Kamera-App. Sie legen sich in Echtzeit passgenau aufs Gesicht und reagieren exakt auf kleine Veränderungen in der Mimik.

Der nächste Schritt ist es, dass die Kamera-Software neben dem Gesicht auch den restlichen Körper erfasst, Bewegungen erkennt und in Echtzeit digital überlagern oder in Virtual Reality übertragen kann. Die Facebook-Forscher sprechen in diesem Kontext von einem Ganzkörper-Avatar.

Ganzkörpertracking mit dem Smartphone

Laut den Facebook-Forschern ist das Ganzkörpertracking via Kamera aufgrund vieler unterschiedlicher Körperhaltungen und Identitäten ein schwieriges Unterfangen. Menschen könnten sitzen, laufen oder rennen, heißt es, einen langen Mantel tragen oder kurze Hosen. Außerdem seien sie häufig durch andere Personen oder Objekte verdeckt. Diese szenische Komplexität erhöhe den Schwierigkeitsgrad für ein robustes Erfassungssystem “dramatisch”.

Dennoch mag es gelingen: Die Forscher zeigen ein Video (siehe unten) einer neuen Trackingsoftware im Einsatz. Sie befindet sich zwar noch in der Forschungsphase, beherrscht die Erfassung der einzelnen Körperteile aber zumindest unter kontrollierten Bedingungen offenbar schon solide und schnell.

Laut den Facebook-Forschern kann das Programm verlässlich Körperhaltungen erkennen und Personen vom Hintergrund unterscheiden. Dank eines für geringe Rechenleistung optimierten KI-Netzes ist es nur wenige Megabyte groß und läuft auf Smartphones. Details zur technischen Umsetzung stehen hier.

Eines Tages, schreiben die Facebook-Forscher, könne dieses Verfahren “viele neue Anwendungen ermöglichen”, zum Beispiel für Ganzkörpermasken, Gestensteuerung für Spiele oder für die De-Identifizierung von Personen.

| Featured Image: Facebook

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