Update vom 29. September 2018:

Die Kickstarter-Kampagne von Feel Three endet mit einem Betrag von rund 200.000 Euro – das ist fast viermal so viel wie ursprünglich aufgerufen. Dieses Ergebnis wurde mit 110 Käufern erreicht. Projektmanager Mark Towner verspricht, dass sich seine Bewegungsplattform nicht “in die Liste gescheiterter VR-Projekte einreiht”.

Ursprünglicher Artikel vom 2. September 2018:

Die VR-Brille ermöglicht einen natürlichen Blick in virtuelle Welten, allein es mangelt meist an der dazu passenden körperlichen Bewegung. Der Bewegungssimulator “Feel Three” soll die Lösung bringen.

Gedacht ist der bewegliche Stuhl Feel Three in erster Linie für Cockpit-Simulationen. Er gibt zum Beispiel die Bewegungen eines Rennwagens oder eines Raumschiffes wieder – so ähnlich wie man es aus den Kino-Achterbahnen in Vergnügungsparks kennt. Feel Three ist allerdings explizit für Heimanwender gedacht.

Der VR-Nutzer setzt sich auf einen Stuhl in einer Halbkugel, die auf Allseitenrädern steht statt auf hydraulischen Kolben. Der Simulator soll dadurch leiser und günstiger sein als vergleichbare Produkte.

Allseitenräder bewegen die Schüssel in alle Richtungen. Die Räder sollen günstiger und leiser sein als hydraulische Kolbensysteme. Bild: Feel Three

Allseitenräder bewegen die Sitzschüssel in alle Richtungen. Die Räder sollen günstiger und leiser sein als hydraulische Kolbensysteme. Bild: Feel Three

Das Konstrukt kann sich um die eigene Achse drehen, nach vorne und hinten neigen und zu den Seiten kippen. Der maximale Neigungswinkel soll bei 100 Grad liegen.

Kurze Bewegungen nach vorne, hinten und zu den Seiten sind ebenfalls möglich. Nach oben und unten bewegt sich der Stuhl noch nicht, der britische Erfinder Mark Towner stellt dafür allerdings ein Zusatzmodul in Aussicht.

Sound-Umwandler nehmen den Raumklang von Spielen auf und setzen ihn in Vibration um. Das Cockpit bietet ausreichend Platz für Controller, Lenkräder und Spezialjoysticks. Für die beliebtesten Eingabegeräte sind Bohrlöcher vorgesehen.

Der Simulator ist modular aufgebaut, beispielsweise kann der Stuhl in der Mitte gegen andere Sitze ausgetauscht werden. Auch 2D-Spiele werden unterstützt.

Noch nicht optimal geeignet für Oculus Rift

Einen Haken gibt es jedoch: Damit der VR-Brillenträger im virtuellen Cockpit trotz wilder Dreh- und Neigungen komfortabel geradeaus schauen kann, muss die räumliche Bewegungserfassung der Brille unterbrochen werden.

Feel Three bietet dafür verschiedene Lösungen an, die derzeit allerdings noch nicht mit Oculus Rift kompatibel sind. An einer Lösung wird gearbeitet. OpenVR-Brillen wie HTC Vive sollen verlässlich funktionieren.

Falls die Nachfrage nach dem Bewegungsstuhl hoch ist, will Feel Three der OpenXR-Initiative beitreten und an einer Simulator-Standardlösung für alle VR-Brillenhersteller arbeiten.

Zum Preis: Das günstige Angebot der Kickstarter-Kampagne liegt bei umgerechnet rund 2.230 Euro. Die Auslieferung soll im Mai 2019 starten.

Die Finanzierung ist bereits erfolgt: Feel Three wollte rund 55.000 Euro und liegt derzeit bei fast 100.000 Euro. Dafür reichten 65 Käufer. Die Kampagne läuft noch 25 Tage. Insgesamt soll der Simulator seit rund vier Jahren in Entwicklung sein.


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