2

Für James Cameron ist Virtual Reality “zum Gähnen”

von Matthias Bastian20. August 2017

Für Hollywood-Regisseur James Cameron ist Virtual Reality nichts Neues, sondern Arbeitsalltag. Er ist sich noch nicht sicher, ob und wann sich der interaktive Film als Kunstform etablieren kann.

Mit seinem ersten Avatar-Film zeigte der techaffine Hollywood-Regisseur das erzählerische und immersive Potenzial, das in gelungenen 3D-Szenen steckt. Der Nachfolger zu Avatar soll noch ausgereiftere 3D-Effekte bieten und dank neuem Darstellungsverfahren sogar ohne 3D-Brille stereoskopisch und raumfüllend erscheinen.

Avatar 2 sollte ursprünglich 2015 erscheinen, aktuell ist der Kinostart für Ende 2020 geplant. Die zahlreichen Verschiebungen begründet Cameron mit fehlenden technischen und visuellen Werkzeugen, um seine Vision umzusetzen. Virtual Reality scheint diese Lücke aus seiner Sicht vorerst nicht füllen zu können.

Cameron arbeitet täglich mit Virtual Reality

Im Interview mit dem YouTube-Kanal Beerdy – Bruce Lee Central sagt Cameron, dass Virtual Reality für ihn “zum Gähnen” sei. Seine Produktionsmethode für den Renderfilm Avatar setze Virtual Reality voraus, daher arbeite er täglich in VR.

Damit bezieht sich Cameron wohl auf ein Verfahren, bei dem Regisseure virtuelle Kameras nutzen, um mit Trackingsensoren und gegebenenfalls einer VR-Brille eine rein virtuelle Szene ähnlich einzufangen wie einen realen Drehort.

Beispielsweise wurden einzelne, digitale Szenen aus “Star Wars: Rogue One” mit Hilfe von Vive-Controllern und dem Trackingsystem Lighthouse inszeniert. Eine Demo gibt es hier.

Letzte Aktualisierung am 26.09.2017 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API / Preis inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten

Avatar-Qualität für VR ist noch mindestens ein Jahrzehnt entfernt

Er sei sich nicht sicher, so Cameron, ob sich VR als Kunstform etabliert. Bislang sieht der Star-Regisseur noch keine Ansätze für neue, interaktive VR-Filme auf Kinoniveau. Er würde sich mehr mit der Technologie beschäftigen, wenn die Avatar-Filme nicht so viel seiner Zeit in Anspruch nehmen würden.

Die meisten Inhalte, die derzeit als VR bezeichnet werden, so Cameron, hätten mit Virtual Reality nichts gemein, da die räumliche Bewegung und Interaktion fehle. Diese jedoch auf dem technischen Niveau eines Avatar-Films in Echtzeit für VR zu kreieren, ist laut Cameron noch mindestens ein Jahrzehnt entfernt. Derzeit würde eine ganze Computerfarm mehrere Stunden an einem einzelnen Bild für Avatar rendern.

“Wenn mir jemand diese Qualität für VR zeigt, dann bin ich sofort dabei, einen echten Virtual-Reality-Film zu drehen”, sagt Cameron.

| Featured Image: YouTube-Kanal Beerdy – Bruce Lee Central / Screenshot

Empfohlene Artikel: