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Gartner Hype-Zyklus 2017: Immersive Medien als Megatrend, Cybermenschen dauern noch

von Matthias Bastian21. August 2017

Seit über 20 Jahre will der umstrittene Gartner Hype-Zyklus die Zukunft der Technologie prognostizieren. In diesem Jahr zählen immersive Medien und natürliche Interfaces als potenzieller Megatrend. Virtual Reality macht einen Sprung nach vorne.

Laut Gartner soll Virtual Reality in den kommenden zwei bis fünf Jahren in den Produktivbetrieb übergehen. Den Tiefpunkt des Hypes hat die VR-Brille angeblich schon hinter sich gelassen. Im Hype-Zyklus 2016 schätzte Gartner den möglichen Durchbruch von VR noch auf fünf bis zehn Jahre ein.

Trotz der nahenden Veröffentlichung von Apples ARKit, das ab November die Nutzungsgewohnheiten der iPhone-Nutzer erobern soll, hat die Augmented Reality laut Gartner den absoluten Tiefpunkt noch vor sich. Die Analysten rechnen mit fünf bis zehn Jahren, bis fortschrittliche AR-Technologie einen ausreichend hohen Reifegrad für den Produktivbetrieb erreicht.

Langfristig sollen VR und AR in Kombination mit anderen Technologien und Interfaces wie volumetrischen Displays oder Gehirn-Computer-Schnittstellen dafür sorgen, dass sich die digitale Sphäre immer transparenter und flexibler in den Alltag der Menschen integriert. Bei zukünftigen Computersystemen stehe der Mensch im Vordergrund.

Gartner Hype-Zyklus 2017 für neue Technologien. Bild: Gartner

Gartner Hype-Zyklus 2017 für entstehende Technologien. Bild: Gartner

Noch weit entfernt: Der Cybermensch voller Implantate

Allerdings ist diese Zukunft laut Gartner noch weit entfernt. Digitale Implantate, die die sensorischen Fähigkeiten von Menschen mittels Technologie erweitern, brauchen nach dem Hype-Zyklus 2017 noch über zehn Jahre Entwicklungszeit. Gleiches gilt für eine generelle Künstliche Intelligenz oder Gehirn-Computer-Schnittstellen wie sie unter anderem Elon Musk erforscht.

Volumetrische Displays – also Screens, die Inhalte räumlich darstellen können in Form von (am ehesten) Lichtfeldern – sollen ebenfalls noch mindestens zehn Jahre von der Marktreife entfernt sein. Solche neuen Displaytechnologien sind eigentlich eine Voraussetzung für den weitreichenden Erfolg von VR- und AR-Brillen, die mit den aktuellen Screens in einer technologischen Sackgasse feststecken.

In der Vergangenheit lag die Gartner-Prognose bereits häufiger daneben. Schon in 2005 sagten die Analysten einen Durchbruch der Augmented Reality für die kommenden fünf bis zehn Jahre voraus. Jetzt ist 2016 – und die Prognose unverändert.

| Featured Image: Gartner | Source: Gartner

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