Update vom 7. April 2018:

Das Entwicklerstudio Liv gibt bekannt, dass Beat Saber am 1. Mai erscheint. Es läuft mit HTC Vive, Oculus Rift und Windows Mixed Reality. Die Steam-Seite ist hier.

Ursprünglicher Artikel vom 21. März 2018:

Auf der GDC zeigt das Prager Indie-Studio Hyperbolic Magnetism das VR-Musikspiel Beat Saber. Ich habe mir den Titel auf der GDC angesehen und mit dem Entwickler Jan Ilavsky gesprochen.

Das VR-Spiel Audioshield hat das aus Titeln wie Rock Band und Guitar Hero bekannte Spielprinzip zuerst in die Virtual Reality übertragen. Seither sind zahlreiche Nachahmer erschienen.

Das Besondere an Beat Saber ist, dass man statt Kraftschilder Lichtschwerter nutzt, um Noten zu treffen: Aus der Ferne schießen passend zu den Beats elektronischer Musik rot und blau leuchtende Blöcke auf den Spieler zu, die kurz vor dem Auftreffen mit dem entsprechenden Lichtschwert kunstgerecht in zwei Hälften zerteilt werden müssen.

Ein Treffer allein genügt jedoch nicht: Pfeile zeigen an, aus welcher Richtung die Blöcke zerteilt werden müssen: von oben nach unten, von unten nach oben, von links nach rechts oder von rechts nach links. Arbeitet man fehlerfrei, steigt der Punktemultiplikator und damit der eigene Highscore.

Eine zweite Besonderheit von Beat Saber ist, dass die Musikstücke eigens für das Spiel komponiert und die Noten von Hand arrangiert wurden. Damit ist der Notenhighway perfekt auf die Musik abgestimmt (siehe Video).

Bei Audioshield importiert man MP3s und ein Algorithmus generiert die Notenfolge, die jedoch nur selten perfekt mit dem Rhythmus der Musik übereinstimmt. Das wiederum verhindert, dass man voll und ganz in der Musik aufgeht. Beat Saber hat dieses Problem nicht.

Der ganze Körper kommt zum Einsatz

Für die GDC haben sich die Entwickler mit den Mixed-Reality-Spezialisten von Liv zusammengetan: Besucher der Konferenz spielen Beat Saber in einem mit Greenscreen ausgekleideten Raum und erscheinen auf einem Monitor als Teil der Virtual Reality (siehe Mixed-Reality-Video unten).

In Beat Saber steht man auf einer Plattform in einem offenen Raum, der mit seiner digitalen Ästhetik an Tron erinnert und eine aufwendige Laserlichtshow bietet. Die Bewegungen der Lichtschwerter werden vom Spiel präzise ausgewertet: Zerteilt man die Blöcke genau in der Mitte, erhält man mehr Punkte als, wenn man sie nur streift.

In Beat muss man nicht nur die Arme einsetzen. Von Zeit zu Zeit fliegen Kraftfelder auf einen zu, denen man mit seitlichen Schritten ausweichen muss. Zuweilen muss man sich gar bücken oder in die Knie gehen, weil Wände aus Energie über einem hinwegrauschen.

Bereits auf der zweiten von fünf Schwierigkeitsstufen zieht der Anspruch deutlich an, sodass ich viele Noten nicht traf oder die falsche Bewegung ausführte. Ich freue mich jedenfalls auf das fertige Spiel, um die einzelnen Musikstücke zu lernen und in höheren Schwierigkeitsstufen zu spielen.

Beatmap-Editor in Planung

Beat Saber wird von Jan Ilavsky und Jaroslav Beck entwickelt, wobei Beck die Musik liefert und Ilavsky Levels auf Basis der Stücke erstellt. Die meisten Songs dauern circa zwei Minuten und haben eine musikalische Struktur, bei der sich Passagen mit langsamen und schnellen Notenfolgen abwechseln. Das fertige Spiel wird laut Ilavsky zehn Songs mit je fünf Schwierigkeitsgraden enthalten. Über ein Scoreboard können sich Spieler miteinander messen.

Für die Zukunft hat das Studio große Pläne. Angedacht sind ein Mehrspielermodus, eine Möglichkeit, laufende Spiele zu streamen und ein Beatmap-Editor, mit dem Spieler selbst Notenfolgen erstellen und teilen können.

“Der Editor ist fertiggestellt. Wir nutzen ihn selbst, um Levels zu bauen. Wir müssen nur noch programmieren, dass Spieler Inhalte teilen können”, sagt Ilavsky gegenüber VRODO. Was man in welcher Folge umsetze, sei von den Wünschen der Community abhängig. Selbst lizenzierte Musik anzubieten wäre vorstellbar, falls Interesse besteht.

Falls nichts dazwischen kommt, wird Beat Saber nächsten Monat im Early Access bei Steam erscheinen und HTC Vive, Oculus Rift und Windows-Brillen unterstützen. Die Veröffentlichung im Oculus und Microsoft Store sowie bei Viveport soll später folgen. Erst danach will sich das Team der PSVR-Version widmen, die später in diesem Jahr erscheinen soll.

| Featured Image: VRODO

Wenn Du die Artikel auf VRODO hilfreich und interessant findest, dann unterstütze uns bitte, indem Du Deinen Werbeblocker für unsere Seite deaktivierst. Alternativ kannst Du bei Deinem nächsten Amazon-Einkauf unseren Amazon-Link nutzen. Der Kaufpreis für Dich bleibt gleich, aber wir bekommen einen kleinen Anteil daran gutgeschrieben (Mehr dazu, Affiliate-Links sind z.T. auch direkt in Artikeln enthalten). Danke!