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Virtual Reality: Neue 360-Kamera von Samsung

von Matthias Bastian21. Februar 2016

Ähnlich wie LG stellte auch Samsung auf dem Mobile World Congress in Barcelona eine kleine und handliche 360-Kamera vor. “Gear 360” soll es Einsteigern möglich machen, hochwertige 360-Videos und -Fotos zu produzieren. Die Vision der Koreaner: “Wir wollen verändern, wie Menschen Erinnerungen speichern.”

Die Kamera hat zwei CMOS 15MP Fischaugen-Linsen verbaut, die Videos mit 30 Bildern pro Sekunde und einer Auflösung von 3840×1920 Pixeln aufnehmen können. 360-Fotos werden mit bis zu 30 Megapixel (Auflösung: 7776 x 3888) aufgenommen. Für den Speicher gibt es einen Micro-SD-Slot, der Karten mit bis zu 128 Gigabyte annimmt. Die Kamera ist klein und kann bequem in einer Hand gehalten und sogar in die Tasche gesteckt werden, das Gewicht liegt bei nur 150 Gramm. Optional gibt es ein Stativ, das so konstruiert ist, dass die Beine nicht in der Aufnahme auftauchen. Der Akku ist austauschbar.

Qualitativ soll die Kamera laut ersten Tests vor Ort ungefähr auf dem Niveau einer Rico Theta S liegen. Das reicht lange nicht für professionelle Aufnahmen, ist aber gut genug, um unkompliziert ein paar Urlaubserinnerungen in 360-Grad einzufangen. Während LGs 360-Kamera bereits ab Anfang April auf den Markt kommen soll, gibt Samsung bislang nur ein Erscheinungsdatum in der zweiten Jahreshälfte an. Für 360-Profis bietet Samsung auch in Zukunft “Project Beyond” an. Das folgende Video wurde laut Samsung mit der neuen 360-Kamera gedreht.

Wie erwartet stellte Samsung auf dem MWC die neue VR-Kamera "Gear 360" vor. Das eigentliche Highlight war aber der 360-Livestream.

Wie erwartet stellte Samsung auf dem MWC die neue VR-Kamera “Gear 360” vor. BILD: Samsung

Für Gear-VR-Nutzer interessant: Für das S7 wurde ein verbessertes Kühlsystem und ein besonders langlebiger Akku angekündigt. Aktuell wird die mobile VR-Brille noch von Hitze- und Akkuproblemen geplagt, die dadurch gelöst werden könnten. Dank Verbesserungen an Hard- und Software sollen auf den neuen Smartphones außerdem grafisch deutlich aufwändigere Spiele und Anwendungen laufen, die es laut Epic-Games-Präsident Tim Sweeney sogar mit der Qualität einer Spielekonsole aufnehmen können.

Die neuen S7-Smartphones sollen in den kommenden Tagen vorbestellbar sein und werden ab März ausgeliefert. Der Preis liegt bei 699 Euro für das Galaxy S7 und 799 Euro für das Galaxy S7 Edge. Vorbesteller der Galaxy-Smartphones bekommen außerdem eine kostenlose Gear-VR-Brille beigelegt.

Das eigentliche Highlight: Samsung streamt live in 360-Grad, Zuckerberg spricht über VR

Eigentliches Highlight der Samsung-Veranstaltung war der 360-Live-Stream direkt in die VR-Brille Gear VR, der mit der neuen “Gear 360”-Kamera aufgezeichnet wurde. Trotz der geringen Auflösung der Übertragung stellte sich ein wirkliches “Mittendrin-Gefühl” ein. Samsung stellte den VR-Zuschauern insgesamt vier Kameraperspektiven zur Verfügung, sowohl aus der Perspektive des Publikums als auch direkt auf der Bühne neben dem Sprecher. Die Koreaner enthüllten sogar die neuen Galaxy-Smartphones erstmals in Virtual Reality; Zuschauer vor Ort hatten eine Gear-VR-Brille unter dem Stuhl, die sie für diesen Zweck aufsetzen. Das war ein erster Ausblick darauf, welches Potenzial das neue Medium hat, Menschen auch über die Distanz gemeinsame Erlebnisse zu ermöglichen.

Oder wie Überraschungsgast Marc Zuckerberg es auf der Samsung-Bühne ausdrückte: “Aktuell ist Virtual Reality noch ein reines Entertainment-Produkt, hauptsächlich für Spiele. Aber in naher Zukunft wird VR verändern, wie wir leben und arbeiten.” Mit einer etwas höheren Auflösung hätte man sogar einen seiner fünf Teleprompter ablesen können, auf denen viel blumiges Lob über die virtuelle Realität auftauchten. Unter anderem versprach der Facebook-Chef, dass man gemeinsam mit Samsung und Oculus die besten Forscher, Ingenieure und Designer auf das neue Medium ansetzen würde, um die neue Industrie so schnell wie möglich zu einem Erfolg zu machen.